Das Märchen von der … „Edelmetall-Blase“


Meine Erfahrung der letzten 14 Jahre zeigt: Wann immer die Medien voll waren von Warnungen über eine Investition in Gold und Silber, war dies die beste Zeit, um sich richtig ordentlich einzudecken.

So erinnere ich mich gerne zurück an das Jahr 2005, als der legendäre Value-Investor Warren Buffet bekannt gab, er habe sich von seinem Silberbestand (geschätzt hielt sein Fonds Berkshire Hathaway in der Spitze bis zu 130 Millionen Unzen Silber *) vollständig getrennt. Prompt schrieben die einschlägigen Gazetten sinngemäß „Warren Buffet verkauft Silber. Dies ist ein Signal mehr, daß dieses Edelmetall  seinen Sinn als Anlageobjekt verloren hat!“

Damals Stand der Preis für eine Unze Silber bei rund 7,50 USD *… – eine wundervolle Gelegenheit, mitten in die schlechte  Stimmung  hinein  einzukaufen.

Natürlich griffen seinerzeit nur diejenigen zum Edelmetall, die sich seiner Historie bewußt waren, die also wußten, daß Gold und Silber seit Jahrtausenden nichts anderes als Geld waren – und die, gemäß aller historischer Erfahrungen sicher davon ausgehen konnten, daß ungedeckte Papiergeldsysteme, wie das aktuelle, früher oder später zwangsläufig kollabieren.

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Was sich Edelmetallinvestoren jedoch unbedingt verinnerlichen sollten: Die Preisschwankungsbreiten von Gold und vor allem die von Silber sind horrend: + – 50% in einem Jahr sind z.B. beim Silber absolut die Regel und eher keine Ausnahme. Also: If you can´t stand the heat, go out of the kitchen! (dt.: Wer die Hitze nicht aushält, muß die Küche verlassen!)

Ganz nebenbei (und dabei hoch essentiell): Wer verinnerlicht hat, daß wir mit dem Jahr 1971, also dem Jahr in dem die Golddeckung des US-Dollars aufgehoben wurde, in eine neue Ära des ungedeckten, beliebig vermehrbaren und zu allem Überfluß auch noch mit Zins und Zinseszins gekoppelten Papiergeldes gelangt sind, der konnte bereits sehr früh – manche sagen: bereits ab Mitte der 90 er Jahre – die groben Verwerfungen erkennen, die sich aus ungezügelter Geldschöpfung ergeben: Aufgeblähte Finanzmärkte, Derivateblase, Anleihen- und Kreditblase sind eben nur Symptome von Fehlentwicklungen, die mit gedeckten (also nicht beliebig vermehrbaren) Währungen so niemals entstanden sein könnten.

Somit ist für die Anleger, die ihre Anlageentscheidungen wesentlich mit historischen Erfahrungen begründen, bereits seit Mitte der 90 er Jahre Kaufzeit für Gold und Silber, also für nicht beliebig vermehrbare Währungen, manche sagen auch: …für das echte Geld!

Bundesbank-Präsident Dr. Jens Weidmann am 20.09.2012: Begrüßungsrede anlässlich des 18. Kolloquiums des Instituts für bankhistorische Forschung (IBF)

Bundesbank-Präsident Dr. Jens Weidmann am 20.09.2012: Begrüßungsrede anlässlich des 18. Kolloquiums des Instituts für bankhistorische Forschung (IBF) // Quelle: Deutsche Bundesbank

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Doch zurück zu den Silberpreisen heutiger Tage: In den letzten Monaten fiel auf, daß Tagespresse und führende Anlegermagazine parallel zu einem leicht nachgebenden Silberpreis, regelmäßig von einer „großen Blase in Gold und Silber“ schrieben.

Hierzu folgende Zahlen:

Es mag nun jedem Leser selbst obliegen, darüber zu urteilen, in welchen Investmentsegmenten sich derzeit eine Blase bildet…

Nein, eine „Finanzblase“ existiert erfahrungsgemäß solange nicht, solange große Anlegermagazine vor einer solchen warnen. Eine Blase in Gold und Silber existiert auch solange nicht, solange noch massenweise Anleger der Meinung sind, daß diese beiden Metalle ja schon „viel zu hoch“ gestiegen seien.

Eine Blase existiert immer dann, wenn sich alle sicher sind, daß es jetzt zwangsläufig nur noch in eine Richtung gehen MÜSSE und, wenn Verwandtschaft, Taxifahrer und BILD-Zeitung unisono der Meinung sind, man müsse noch „schnell einsteigen“…

Wer weiß: vielleicht wird es bei einem Silberpreis von 100 USD pro Unze soweit sein!?

Denken Sie mal darüber nach…

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* 2006 antwortete Buffett auf die Frage, wie es bezüglich der Silberinvestments des Fonds aussehe: „Wir hatten einmal eine ganze Menge Silber, das haben wir jetzt aber nicht mehr, und mit unseren früheren Beständen haben wir keine bedeutenden Gewinne eingefahren … Ich hab zu früh gekauft und zu früh verkauft. Das mit dem Silber war mein Fehler.“

Ein Gedanke zu “Das Märchen von der … „Edelmetall-Blase“

  1. Das Prinzip „teile und herrsche“

    „Dem Gold verdanken wir die Arbeitsteilung und damit auch die Kulturgüter, denen wir uns erfreuen. Dem Gold aber verdanken wir auch wieder, dass von den geschaffenen Gütern der bei weitem größte Teil, und zwar das Beste, dem Schmarotzertum verfällt. Ist doch das Gold der Vater des Kapitalismus. Dank seinen körperlichen (Edelmetall) und seinen gesetzlichen Vorrechten (gesetzliches Zahlungsmittel) nimmt das Goldgeld eine Ausnahmestellung ein unter den Gütern, deren Austausch auf das Geld angewiesen ist. Das Goldgeld ist darum auch zum allgemeinen Sparmittel geworden, und der Sparer gibt es nicht wieder heraus, es sei denn, dass man ihm einen Zins verspricht. Früh oder spät verfällt aber alles Geld, das der Staat als Tauschmittel in Umlauf setzt, der Kasse irgendeines Sparers, sodass wiederum alles umlaufende Geld aus den Sparkassen kommt, also mit Zins belastet den Markt betritt, um seine Tätigkeit als Tauschmittel zu erfüllen. Diese Doppeltätigkeit des Geldes als Tauschmittel und als Sparmittel ist gegensätzlicher Natur und als Missbrauch des Tauschmittels zu betrachten. Dadurch, dass dem Güteraustausch nur verzinsliches Geld zur Verfügung steht, wird der Zins Vorbedingung der Warenerzeugung überhaupt.
    …So kam mit dem Gold und der Arbeitsteilung zugleich der große Friedensstörer, der Zins, auf die Welt. Die Arbeitsteilung an sich verlangt keinen Zins. Wer sollte da auch Zins zahlen und weshalb? Die Arbeitsteilung hätte also den Menschen allgemeinen Wohlstand bringen sollen, da sie ja kein Vorrecht einzelner, sondern allen Menschen zugänglich ist. Aber aus den Händen des Goldes empfing die Menschheit diese Götterkraft nur unter der Bedingung des Zinses, und damit auch der Trennung der Menschen in arm und reich. Als ob neidische Götter der Menschheit den Machtzuwachs nicht gegönnt, die Unabhängigkeitserklärung der Menschen vom göttlichen Gängelband gefürchtet und dem dadurch vorgebeugt hätten, dass sie nach dem Grundsatz „teile und herrsche“ den Zins als Spaltpilz in die Menschenfamilie eingepflanzt hätten!“

    Silvio Gesell („Ist der Bürger- und Völkerfrieden vereinbar mit der Goldwährung?“, 1916)

    Euro und Dollar sind deshalb Zinsgeld (fehlerhaftes Geld mit parasitärer – der wesentlichen Tauschfunktion widersprechenden – Wertaufbewahrungsfunktion), weil sie wie alle anderen heutigen „Währungen“ gänzlich unreflektiert dem Edelmetallgeld der Antike nachgeäfft wurden. Und auch heute gibt es noch Äffchen, die den „Goldstandard“ anbeten.

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