Der Goldpreis fällt – Na und?


Die Stimmung an den Edelmetallmärkten ist auf dem Tiefpunkt. Gerade unter Privatanlegern ist die Verunsicherung groß. Der Goldpreis hat seit Oktober 2012 von 1.792 USD auf 1.570 USD nachgegeben, das Silber fiel sogar um fast 20 % von 34,98 USD auf 28,71 USD.

Seit Oktober 2012 habe ich auf diesem Blog wiederholt Korrekturen beim Gold- und vor allem beim Silberpreis angekündigt (siehe u.a. >> Gold & Silber: Entwarnung?).

Silberpreis in USD seit März 2012 // Quelle Chart-Grafik: http://www.comdirect.de

.
Solcherlei Preiswarnungen meinerseits sollen dem Leser zeigen, dass man auf den Märkten für Gold und Silber nicht völlig orientierungslos den (teilweise sehr starken) Preisschwankungen ausgeliefert ist – sondern, dass man diese Schwankungen durchaus bis zu einem gewissen Grad gut einschätzen, prognostizieren, verstehen und somit auch sehr gut mit ihnen Leben kann.

Also: Lass Dich vom Preis nicht verrückt machen, denn letztlich ist für den Anleger der Preis der beiden Metalle in Euro oder Dollar vollkommen unwichtig! Dazu jedoch später mehr…

.

Der Preis fällt – die Stimmung auch

Nach den Preisrückgängen der vergangenen Monate finden sich inzwischen zahlreiche Kommentatoren, die ein „Ende der Goldhausse“ vorhersagen und die Zeitungen präsentieren hauptsächlich Negativ-Schlagzeilen zum Goldpreis.

Die Meldung über Soros´ Goldverkäufe erinnerte mich an das Jahr 2005, als der berühmte Investor Warren Buffet verlauten ließ, er habe sich von seinem gesamten Silberbestand getrennt (siehe auch den Artikel „Das Märchen von der… `Edelmetallblase`“ auf dieser Homepage)

.

Eine zunehmende Zahl von Privatanlegern läßt sich von dieser schlechten Stimmung anstecken. Die Angst ist groß, etwas zu erwerben, was schon bald an Wert verlieren könnte.

Leider erlebe ich seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten regelmäßig, dass mit Preisschwankungen auch die Stimmung der Anleger deftig mitschwankt. Wobei mir speziell bei Gold und Silber immer wieder auffällt, dass es eine Art öffentliche Massen-Meinung zu diesen Edelmetallen gibt, die ähnlich stromlinienförmig in die gleiche Richtung verläuft und immer wieder hin und her pendelt, wie die veröffentlichte Meinung:

  • Ende der 90er Jahre hielt mich jeder für verrückt, wenn ich von der Anlage in Gold und Silber redete. Die Preise der beiden Metalle könnten nach fast 20-jähriger Baisse ja „nur noch nach unten“ gehen.
  • Anfang der 2.000er Jahre mußte fast jeder lachen, wenn ich darüber referierte, dass unser US-zentriertes Finanz- und Wirtschaftssystem völlig aus dem Ruder geraten ist, zu großen Teilen nur noch aus Luftbuchungen besteht und man deshalb zum Vermögensschutz in Gold und Silber gehen solle.
  • Um 2005 herum fand es jeder interessant, wenn ich erzählte, dass sich der Silberpreis inzwischen mehr als verdoppelt hat. Aber, so der Haupteinwand, dieses „exotische Zeug“ sei ja „nichts für einen normalen Anleger“.
  • Ende 2008, in der Zeitspanne vor und nach dem Lehman-Crash, fielen die Edelmetallpreise, wie alle Sachwerte kräftig. Und ich bekam laufend zu hören, dass es jetzt „viel zu riskant“ sei, in Edelmetall zu investieren.
Psychologische Hürden

Psychologische Hürden beim Edelmetallkauf, die es zu überwinden gilt. Wichtig: Betrachten Sie Gold und Silber (in kleiner Menge) als Daueranlage – und achten Sie nicht auf den Preis, sondern auf den realen Gegenwert! // Zum Vergrößern bitte klicken // Chart-Quelle: http://www.onvista.de

.

  • Zwischen 2008 und 2010, als sich der Silberpreis glatt mehr als verdreifachte, konnte man landauf landab ständig hören, dass jetzt ja alles schon „viel zu teuer“ sei.
  • In einer kurzen Phase zwischen „Griechenland-Panik“ (2010) und ESM-Beschluß (2012) begannen etwas mehr Anleger zu verstehen, was es konkret heißt Gold und Silber als Rettungsanker für ihr eigenes Vermögen zu besitzen.

Und heute? Heute scheint die allgemeine Stimmung für Gold und Silber so pessimistisch, wie schon lange nicht mehr. Viele Anleger, die sich gestern noch für die edlen Metalle interessiert hatten, wechseln wieder in das Lager der „Abwartenden“; Motto: „Es ist ja nicht so eilig. Ich mache erstmal nichts.“

.

Vergiß den Preis…

Die meisten Anleger haben nur gelernt, dass Geldanlage stets nach dem Prinzip der Spekulation funktionieren müsse: ich kaufe etwas, um es später teurer wieder zu verkaufen.

Der Kulturschock bei Gold und Silber besteht nun darin, dass dies für den normalen Durchschnittsinvestor eben NICHT als Spekulationsgut dienen soll. Vielmehr war und sind diese Edelmetalle klassische Wertspeicher: So werden Gold und Silber seit vier Jahrtausenden als Tauschmittel verwendet und der reale Gegenwert von Gold ist seit Jahrhunderten langfristig immer annähernd konstant geblieben.

.

…achte auf den realen Gegenwert

Beispiel gefällig? Wenn man(n) sich in den 1920er Jahren in New York von einem Schneider einen Maßanzug hat machen lassen, dann mußte man circa 20 US-Dollar dafür bezahlen. Eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold hat damals rund 20 US-Dollar gekostet.

Wer sich heute in New York einen Maßanzug schneidern läßt, der bezahlt um die 1.400 USD. 1 Unze Gold kostet heute rund 1.550 USD.

Das heißt, für eine Feinunze Gold hat man im Jahr 1923 wie im Jahr 2013 einen Maßanzug bekommen. Der Wert der Schneiderarbeit ist also in Gold gerechnet gleich geblieben.

Was sich verändert hat, ist der Wert des Papiergeldes. Heute muß man circa den 70-fachen Betrag an Papiergeld für die gleiche Arbeit hinlegen wie 1923. Papiergeld hat also satte 98 % seines Wertes eingebüßt.

Kaufkraftverlust des Dollars

Kaufkraftverlust des US-Dollars in den letzten Jahrzenten. Klar erkennbar: Dieses „Geld“ taugt als dauerhafter Wertspeicher rein gar nichts!

.
Man könnte nun fragen: „Warum hat Papiergeld so viel von seinem Wert verloren?“

Die Antwort: Papiergeld kann man beliebig vermehren, indem man einfach die Druckerpressen schneller laufen läßt *. Will man jedoch die Menge des Goldes vermehren, so muß man es erst mal finden **.

.

Gold und Silber als zuverlässiger Wertspeicher…

Die Edelmetalle dienen also dem Anleger als dauerhafter, zuverlässiger Wertspeicher. Für diesen Zweck kauft man sie physisch (einen Anteil von rund 10% des individuellen Gesamtvermögens) und hält sie solange wie möglich, am besten bis zum Lebensende.

Wer dies so tut, den interessiert weder der Kurs zu dem er kauft, noch interessieren ihn irgendwelche Preisschwankungen nach dem Kauf – denn er will ja nicht mit dem Edelmetall spekulieren, sondern es dauerhaft halten und dessen Beständigkeit genießen!

.

…und Anlage ohne Insolvenzrisiko

Ein zweiter Aspekt ist es, der das Gold und auch das Silber gerade in der heutigen Zeit für einen Anleger so wichtig macht: beide Edelmetalle können nicht insolvent und/oder wertlos werden! – Damit sind sie wohl das einzige alltagstaugliche Geldanlagevehikel, das diese Eigenschaft aufweist. Vergleichen Sie einfach:

  • Alle Arten von Bankprodukten können wertlos werden (z.B. Lehman-Zertifikate 2008)
  • Immobilien können wertlos werden (z.B. zahllose Wohnimmobilien in Provinzlagen, für die sich kein Käufer findet)
  • Sparguthaben können wertlos werden (mehrmals in der deutschen Geschichte geschehen und weltweit ein regelmäßig auftretendes Phänomen)
  • Papiergeld wird regelmäßig wertlos (unzählige Male weltweit geschehen)

Nur dem Gold und dem Silber ist es seit Jahrtausenden gelungen, seine Funktion als Wertspeicher zu erhalten. Und so, wie es aussieht, wird diese Funktion für jeden Anleger in den kommenden Jahren immer wichtiger werden. Deshalb macht es Sinn, seinen Anteil Edelmetalle am Gesamtvermögen in unsicheren Zeiten, wie wir sie seit rund 13 Jahren erleben, taktisch zu erhöhen, z.B. von 10 % auf bis zu 30 % eines Vermögens.

Zum Vergrößern bitte anklicken

.
Dass diese unsicheren Zeiten noch mindestens mehrere Jahre andauern werden, die Unsicherheit sich gar verschärfen kann, liegt glasklar auf der Hand. Oder ist das alles nur „Panikmache“? – Machen Sie den Test:

Wie stehen Sie zu folgenden Aussagen?

  • „Der Euro ist eine sichere Währung, die auch in 10 Jahren noch existieren wird.“
  • „Die Notenbanken betreiben eine konservative Politik des knappen Geldes mit dem Ziel, den Geldwert zu erhalten.“
  • „Banken sind stabil.“
  • „Die privaten Haushalte in den USA haben ihre hohen Verschuldungen abgebaut und blicken gesund und optimistisch in die Zukunft.“
  • „Die USA haben ihre Staatschulden im Griff.“
  • „Die Welt wird immer friedlicher.“
  • „Weder der Iran, noch die westliche Welt agieren aggressiv aufeinander.“
  • „Finanzmärkte sind gut reguliert und werden von besonnenen, langfristig denkenden Personen bestimmt.“
  • „Japan kann seine Staatsschulden dauerhaft finanzieren, auch bei steigenden Zinsen.“
  • „Eine Lebensversicherung ist eine sichere Sache, mit der ich meinen Lebensabend gut planen kann.“
  • „Auf Banken ist Verlaß.“
  • „Meine Lebensumstände werden immer sicherer.“
  • „Ich kann meine finanzielle Zukunft gut einschätzen.“
  • „Ich kann gut kalkulieren, was ich für mein Geld in 10 Jahren bekommen werde.“

Sehen Sie jetzt, weshalb Sie dringend Gold UND Silber brauchen?

Also greifen Sie jetzt zu und fangen Sie endlich an, sich Ihre eigene Position an physischem Edelmetall aufzubauen! – Und freuen Sie sich, wenn Sie Ihre Münzen und Barren heute ein wenig billiger bekommen, als noch vor ein paar Wochen.

.

.

.

* Der Wertverfall des Papiergeldes ist systemimmanent und daher absolut erwünscht: NIcht umsonst verfolgen die „Wächter der bunten Zettel“,  die Notenbanken, ein InflationsZIEL.
** Alles in der Geschichte der Menschheit geförderte Gold passt in einen einzigen Würfel mit einer Kantenlänge von nur 20 Metern.

.

Rechtlicher Hinweis: Die vorliegende Analyse dient ausschließlich zu Informationszwecken. Sie stellt weder eine Finanz- /Anlageberatung noch eine Handelsaufforderung dar. Insbesondere stellt sie keine Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Finanzprodukten jedweder Art dar. Das Agieren an der Börse ist mit Risiken verbunden. Verluste, Totalverluste bis hin zu Nachschusszahlungen (je nach Produkttyp) liegen im Bereich des Möglichen. Die vorliegende Ausarbeitung wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, dennoch bleibt festzuhalten, dass sich Einschätzungen jederzeit auch als falsch herausstellen können. Eine Haftung für Schäden aller Art, insbesondere für Vermögensschäden, die durch das Heran- oder Nichtheranziehen dieser Analyse möglicherweise auf Nutzerseite entstehen könnten, ist zur Gänze ausgeschlossen.

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s