Aus Hunderten werden Tausende: Proteste in New York, Boston, Chicago und Denver


„Occupy Wall Street“ („Besetzt die Wall Street“) – diese Bewegung hat vor etwas mehr als 2 Wochen als Demonstration von ein paar hundert Aktivisten in einem New Yorker Park zwischen World Trade Center und Wall Street in New York begonnen (siehe auch folgenden Artikel: hier klicken)

Die Proteste richten sich

  • gegen die Verantwortlichen der Finanzkrise
  • die Macht der Banken sowie
  • die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich in den USA (siehe auch folgenden Artikel: hier klicken)

Allem Anschein nach hat sich am Mittwoch die Zahl der Demonstranten deutlich erhöht. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, sollen sich im Laufe des Tages bereits mehrere tausend Demonstranten in dem Gebiet rund um die Liberty Street eingefunden haben, um lautstark ihren Protest zu äußern.

.

Medien-Berichterstattung nimmt zu

Auch deutsche Medien, die die Protestbewegung zunächst völlig ignoriert hatten, widmen sich nun immer stärker den Demonstrationen in New York. So schreibt zum Beispiel spiegel-online unter der Überschrift „Bloggende Wall-Street Gegner“, die Demonstrationen zeigten „eine verunsicherte Mittelschicht, die nicht einsieht, dass der amerikanische Traum für sie nicht gelten soll – während Großbanken sich um Steuerzahlungen drücken und vom Staat gerettet werden, wenn ihre riskanten Wetten platzen.“

 

Traditionell konservative deutsche Blätter, wie die „Welt“ ignorieren derzeit noch stoisch die Entwicklungen in New York und konzentrieren sich statt dessen auf die Frisuren von zukünftigen Abgeordneten der Piraten-Partei:

 

.

Auch das „Wall Street Journal“ hält es im Moment nicht für nötig, über den zunehmenden Strom von Demonstranten direkt vor Ihrer Türe zu berichten. Vielmehr macht das Blatt einmal mehr mit dem Gassenhauer „Euro-Krise“ auf:

.

 

Die Live-Bilder (abzurufen unter http://www.livestream.com/globalrevolution) haben die letzten Tage das Bild einer ziemlich versprengten Aktivistenbewegung wiedergegeben. Heute dagegen sah man eine unendlich große Masse von Demonstranten, die ganze Straßenzüge von New York blockiert hielten. Man darf gespannt sein, welche Teilnehmerzahlen im Laufe des Donnerstag über die Ticker verbreitet werden.

Proteste weiten sich auf weitere US-Städte aus

Ob in Chicago, Boston und Los Angeles – überall campieren mittlerweile hunderte von Demonstranten nahe der Rathäuser. Demonstranten berichten, die Anti-Wall-Street-Bewegung habe sich vom arabischen Frühling inspirieren lassen. Dem arabischen Frühling könne ein amerikanischer Herbst folgen. Auch in Denver trafen am gestrigen Mittwoch mehrere hundert Menschen zusammen, um gegen das bestehende Finanzsystem zu demonstrieren.

Prominente solidarisieren sich

In den letzten Tagen nahm die Zahl der prominenten Unterstützer der Aktivisten kontinuierlich zu: Die Schauspieler Susan Sarandon und Roseanne Barr kamen zu den Aktivisten an der Liberty Street in New York und erklärten sich solidarisch. Alec Baldwin twittert unentwegt, um so auf die Protestbewegung aufmerksam zu machen. Eine gewisse „Adelung“ erfuhren die Demonstranten durch den Besuch des Regisseurs Michael Moore sowie der Nobelpreis-Träger Joseph Stiglitz. Er erklärte sich ausdrücklich mit den Zielen der Demonstranten solidarisch und sprach am Sonntag auf dem Platz zwischen Wall Street und World Trade Center von einem Krieg gegen die Mittelklasse des Landes, dem man entgegen treten müsse.

George Soros mit wenig postivem Widerhall

Unterstützung erhielten die Demonstranten am Dienstag von unerwarteter Stelle: George Soros, Multi-Milliardär, reich geworden in den 90er-Jahren durch Spekulationen gegen das britische Pfund, zeigte Verständnis für die Demonstranten. – Was unter anderem spiegel-online-Forumsnutzer mit gehöriger Distanz zur Kenntnis nehmen:

Interessant wird die Entwicklung in den kommenden Tagen: werden die Protestbewegungen weiter zunehmen und zu einer regelrechten „Bürgerbewegung“ werden, wie sie ein Gerald Celente und europäische Think Tanks wie „Leap 2020“ (mehr zu diesem Think Tank in einem der kommenden Artikel)  für spätestens 2012 prognostiziert haben? Werden die Proteste auf Europa übergehen und zum Beispiel in Frankfurt ihre Fortsetzung finden?

3 Gedanken zu “Aus Hunderten werden Tausende: Proteste in New York, Boston, Chicago und Denver

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s