Liebe SPD,


Deine Führungsmannschaft ist ratlos: Seit 15 Jahren fallen Deine Umfragewerte, zuletzt auf AfD-Niveau.

Österreich macht es uns vor: Wenn es am politischen Himmel düster wird, neigt man bisweilen dazu, auch das Wort des Geringsten unter der Sonne ernst zu nehmen.

Damit es in Deutschland nicht soweit kommt: 15 praktische Tipps gegen den vollständigen Niedergang der deutschen Sozialdemokratie!

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1. Schafft Hartz-4 ab, und zwar komplett

Das Programm des knuddeligen Nutten-Fickers aus Wolfsburg demütigt nun seit über 10 Jahren Menschen. Und zwar genau jene Menschen, die am sogenannten „unteren Rand“ der Gesellschaft stehen. Weil sie schlicht und ergreifend weniger besitzen, als andere. Und, weil sie, aus welchen Gründen auch immer, gerade nicht so am phänomenalen „Berufsleben“ teilnehmen können, wie dies „allgemein üblich“ erscheinen mag. Hartz-4 ist ein Gängel-System, das arme Menschen pauschal vorverurteilt und wie kleine Kinder behandelt.

Sozialdemokratisch“, das heißt: Für die Armen eintreten; sie genauso ernst nehmen, wie jeden Menschen. Im Menschen den Menschen sehen, sonst nichts. Erinnert Euch daran, SPD!

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2. Kümmert Euch darum, was wirklich wichtig ist

Die Sozialhilfe kostete rund 50 Milliarden DM pro Jahr, Hartz-4 kostet derzeit 36 Milliarden Euro. All diese Summen sind vollkommen gleichgültig gegenüber folgenden Zahlen: Steuerhinterziehung >>kostet  Deutschland rund 100 Milliarden EUR jährlich. Die Steuersenkungen unter Schröder (Senkung der Körperschaftssteuer, Senkung des Spitzensteuersatzes, Nicht-Wiedereinführung der Vermögenssteuer) führen zusätzlich zu einem Einnahmen-Ausfall von 60 Milliarden Euro pro Jahr.

Nun, liebe SPD, welches Thema wird nun wichtiger sein? Die paar Milliarden Hartz-4, oder die Wiedereinführung der Steuersätze, die bereits unter Helmut Kohl gegolten haben plus der Kampf gegen Steuerhinterziehung?

Mathematiker und echte Sozialdemokraten wissen die Antwort.

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3. Stellt Euch gegen TTIP, aber glaubwürdig

Was für eine Steilvorlage: Die Mehrzahl der Deutschen ist >>gegen das sogenannte „Freihandelsabkommen“. Mexiko und die USA zeigen exemplarisch die negativen Auswirkungen von „Freihandel“ a la Großkonzerne.

Stell Dich dagegen, SPD! Werde zur (verläßlichen!) Stimme derer, die gegen TTIP sind. Und trete aus der Koalition aus, sofern die TTIP-Verhandlungen zwischen der BRD und den USA nicht sofort abgebrochen werden!

Klar, das könnte dazu führen, dass die ein oder andere SPD-Führungskraft aus der Atlantik-Brücke, oder aus der Trilateralen Kommission ausgeschlossen wird. Und es wird zu einem extremen Shitstorm von Seiten des Springer-Konzernes und seiner Medien führen. Aber: Was habt Ihr denn bei 20% noch zu verlieren, außer Eurem letzten Rest an Glaubwürdigkeit?

In diesem Zusammenhang:

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4. Sucht Euch einen glaubwürdigen und sympathischen Vorstand

Der Unsympath Siggi, bei dem kein Mensch weiß, wofür er steht, der wandelnde Aktenordner und Schröder-Karrierist Steinmeier – sie alle sind von der sozialdemokratischen Basis so weit entfernt, wie weiland Jörg Haider von Heterosexualität.

Sucht Euch jemanden der wirklich weiß, wie es ist, als Diplomierter für 7 Euro die Stunde lektorieren zu dürfen. Der weiß, wie es sich anfühlt, den vierten befristeten Arbeitsvertrag in Händen zu halten. Der weiß, wie man plant, wenn das Geld nur noch für die nächsten acht Wochen reicht. Der es erlebt hat, mit 60 anderen Personen eine freie Mietwohnung zu besichtigen.

Ach ja, und übrigens:

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5. Trennt Euch von Andrea Nahles

Ich will nicht sagen, dass der Werdegang einer SPD-Politikerin über ihre Polit-Karriere entscheiden soll. Aber, wenn eine Person, die außer Parteifunktionärs-Arbeit kein einziges Arbeitsverhältnis je kennen gelernt hat, wenn gerade diese Person Arbeitsministerin wird, dann wirkt dies doch relativ absurd. Endgültig ärgerlich wird es aber, wenn diese „junge Hoffnung der SPD“ in ihrem Ministerium >>Dinge beschließt, die in ihrer Ausrichtung strikt neoliberal sind, aber dennoch als „arbeitnehmerfreundlich“ verkauft werden.

Schluß damit! Das untergräbt jede sozialdemokratische Glaubwürdigkeit. Die Andrea gehört in die Mottenkiste. Und mit ihr befristete Zeitarbeitsverträge, Leiharbeit und unbezahlte Praktika. Wer sonst, wenn nicht die Sozialdemokratie soll sich für die Interessen von Arbeitnehmern und für Studien- und Ausbildungsabgänger stark machen?

 

6. Schmeißt endlich Thilo Sarrazin aus der Partei

Wer behauptet, Intelligenz habe mit Genetik zu tun, der widerspricht jedem sozialdemokratischen Bildungsideal – dass nämlich ein Jeder/eine Jede den Aufstieg schaffen kann, sofern ihm/ihr die gleichen Bildungsvoraussetzungen geboten werden.

Da gibt es für Sozialdemokraten überhaupt nichts zu diskutieren.

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7. Schafft den Privatisierungs-Blödsinn ab

Riesterrente, Rürup-Rente? Public Private Partnership? Ihr habt lange genug Herrn Schröder unterstützt, als er >>zusammen mit seinem Provinz-Spezi Maschmeyer ein Konjunkturprogramm für die Versicherungsbranche aufgelegt hat. Inzwischen merkt jeder Depp, dass „privat“ eben nicht immer „besser, als Staat“ ist. Welche politische Kraft stellt sich heute dagegen, dass gegen jeden ökonomischen Sachverstand Versicherungskonzernen erlaubt wird, öffentliche Autobahnen zu kaufen und zu betreiben? Von den neoliberalen Grünen ist hierzu nichts zu erwarten.

Für echte Sozialdemokraten tut sich aber ein riesiges Feld auf, das momentan politisch kaum besetzt ist!

Und, wenn der ein oder andere SPDler der Entwicklung nicht folgen kann? Kein Problem: Soll er doch einfach zur FDP oder AfD übertreten und dort weiterhin seinen ideologischen Irrsinn verbreiten.

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8. Kümmert Euch um die Erbschaftssteuer, nicht um die Erben

In den kommenden Jahren werden in Deutschland Vermögenswerte im Wert von >>2,6 Billionen Euro vererbt werden. Wer zufällig in die richtige Familie hineingeboren wurde, der hat richtig Glück. Sozialdemokraten sollten sich aber derer annehmen, die nicht mit dem goldenen Löffel im Arsch auf die Welt gekommen sind.

Also: Erbschaftssteuer für leistungslose Einkommen erhöhen, um das Leistungsprinzip hoch zu halten!

Keine Angst: Um die verfettete Erbengeneration kümmern sich schon CDU, CSU, FDP, AfD, Grüne…

 

9. Bekämpft extreme Vermögens- und Einkommensunterschiede

Sozialdemokraten setzen sich doch für diejenigen ein, die durch Bildung und Arbeit ihre Verhältnisse stetig verbessern, oder? Wie kann es dann sein, dass der SPD nichts einfällt, wenn Konzernmanager 300 mal mehr verdienen, als ihre Angestellten? Und was ist, wenn >>10% der Bevölkerung 60% allen Vermögens einer Gesellschaft besitzen? Entspricht das dann immer noch dem sozialdemokratischen Leistungs-Ideal, oder ist das einfach nur ein Zeichen von Korruption, Selbstbedienungsmentalität und mangelhafter Besteuerung?

Na also, was gibt es da noch nachzudenken?

 

10. Wendet Euch gegen die Austeritätspolitik

Die SPD hilft mit bei der Rettung von Banken? Sie unterstützt ökonomische Null-Checker a la Wolfgang Schäuble und Angela Merkel? Die SPD plädiert für die gleiche Sparpolitik, wie sie unter Brüning seinerzeit schon mal krachend gescheitert ist… – ist nicht Euer Ernst, oder, Spezialdemokraten?

Schon vergessen? – Sozialdemokraten unterstützen Jene, die sich hocharbeiten wollen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Wenn bis zu 60% der jungen Menschen in EU- (also in Partner-)Ländern arbeitslos sind, dann müsste das bei Sozialdemokraten die Alarmglocken klingeln lassen.

Da klingelt nichts? Na, dann gibt es auch keinen Grund Sozialdemokratie zu wählen.

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11. Werdet wieder progressiv

War die SPD in den 60er und 70er Jahren nicht einmal Vorreiter, die ein vollkommen verkorkstes Bildungswesen aus der Nachkriegszeit an den Pranger gestellt hat? Nun denn: Wer wird heute noch behaupten, das unsere Schulen mit Frontalunterricht, Unterrichtsbeginn um 8 Uhr und dreigliedrigem Schulsystem noch „up to date“ sind? Sorry, Preußen ist lange her. Es wird Zeit für völlig neue Konzepte. Und wer kann deren Vorreiter sein? Die planlose CDU bestimmt nicht. Die rückwärtsgewandte AfD schon gleich gar nicht. Die besitzstandswahrenden Grünen aber ebenso nicht. Also: Sozialdemokraten nach vorn!

Und was passiert eigentlich, >>wenn in 30 Jahren ein Drittel aller heutigen Jobs durch den technologischen Fortschritt weggefallen sind? Wird es da nicht dringendst Zeit, Arbeit von Steuereinnahmen zu entkoppeln? Zeit für ein bedingungsloses Grundeinkommen, das es allen ermöglicht, frei nach ihrem Talent und ihren Interessen zu agieren?

Ihr sucht nach Visionen, SPD? Da habt Ihr sie. Nehmt Euch ihrer an, bevor eine farblose Figur, wie Katja Kipping damit baden geht. Oder eine >>>neoliberale FDP solche Ideen bis zur Unkenntlichkeit pervertiert.

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12. Ermöglicht Bündnisse

Ja ja, „Opposition ist Mist“, wie es schon der korrupte Suffkopp aus Hannover formuliert hat. Aber abgesehen davon, dass Opposition sehr gut helfen kann, sich neu zu sortieren und zu profilieren: Wer hindert Euch daran, schon längst den Kanzler/die Kanzlerin zu stellen? Die bösen LINKEn…? Also die Partei, die voll ist von ehemaligen SPD-Mitgliedern?

Liebe Spezialdemokraten, seid einfach keine Pussies und tut das, was man üblicherweise in der Politik tut: Tauscht Euch miteinander aus und verhandelt. Gerade auch mit den LINKEn!

 

13. Werdet Rußlandversteher

Na, was hätte Willy Brandt wohl zum Ausdruck „Rußland-“ oder „Putinversteher“ gesagt? Fragt einfach Egon Bahr, die Interviews gibt’s ja alle noch auf Youtube.

Wo bleibt die relevante politische Kraft, die sich für einen Dialog mit Rußland, ja mit dem gesamten eurasischen Raum einsetzt? Wo bleiben die Politiker, deren geopolitisches Denken nicht erst 2014 beginnt? Wollt Ihr das alles rechten Wirrköpfen überlassen?

(So sieht es übrigens aus und hört sich an, wenn russische Pop-Künstler in ihren Liedern „Die Deutschen“ thematisieren. Hinweis an  alle Rechtspopulisten, die soeben ihre „Rußlandliebe“ entdeckt haben: in Rußland weiß man noch sehr genau, was der Begriff „Faschist“ bedeutet…)

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14. Werdet kompromißlose Pazifisten

Helmut Schmidt ist tot und damit ist der größte NATO-Versteher in der deutschen Sozialdemokratie aus dem Rennen. Jetzt ist es wieder Zeit für den gesunden Menschenverstand, der einem sagt, das die Bombardierung Jugoslawiens, des Irak, Afghanistans, Libyens und die stillschweigende Mithilfe im Syrien-Konflikt so ziemlich das Dümmste, und nebenbei: moralisch verwerflichste war, was man aus Deutschland heraus tun oder unterstützen konnte.

Zeit für eine radikal-pazifistische Haltung, die das Vakuum füllt, das die oliv-Grünen und ihr dümmliches Spitzenpersonal rund um Rebecca Harms, Marieluise Beck und Cem Özdemir schon lange nicht mehr kümmert.

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15. Und letztlich: Die sogenannte „Flüchtlings-Krise“

Die große Frage ist doch, wie man es schafft, Ausländer als große Bereicherung willkommen zu heißen, während man gleichzeitig eindeutige Regeln setzt und durchsetzt, vor allem in Form von Sanktionen für Fehlverhalten. Wie man den Islam als eine der großen alten Religionen respektiert und seine Anhänger schützt, während man gleichzeitig unser Rechtssystem unbeirrbar über den Religionen ansiedelt. Und wie man unsere kulturellen Errungenschaften wie Gleichberechtigung von Mann und Frau, schwul, lesbisch und hetero, agnostisch oder gläubig mit eiserner Hand verteidigt.

Nur, solange wir kein glaubwürdiges Konzept haben, wie man unsere Werte knallhart verteidigen kann, ist es völlig irrational, für eine Willkommenskultur ohne nennenswerte Bedingungen zu sein.

Leider gibt es keine Partei, die dies verfolgt – vielmehr findet die >>Diskussion auf einem erbärmlichen Niveau an den Extremen statt.

 

Liebe SPD, das waren fünfzehn Punkte, die Euch wieder zur Volkspartei werden lassen können – sofern Ihr Euch auf Eure Kern-Werte und auf Eure Historie besinnt.

Nicht mehr. Und nicht weniger.

Also Genossen, denkt mal darüber nach!

 

 

Hinweis: Der Autor war 1993 vor seinem Parteiaustritt der jüngste Juso-Ortsvorsitzende Deutschlands. Er ist heute noch stolz darauf, vom damaligen Ministerpräsidenten Niedersachsens in kleiner Runde als „Arschloch“ bezeichnet worden zu sein, das sein „Maul“ zu „halten“ habe.

 

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#PrayforBelgium


Einer der Hauptverdächtigen der Anschläge von Paris, und vermutlich nicht nur er, stammt aus Belgien. Daher schlage ich vor, Belgien mit gezielten Luftschlägen präventiv zu bombardieren und danach mit Bodentruppen zu besetzen. Angrenzenden Ländern, die sich bei der Verbrechersuche zu wenig kooperativ zeigen, ist ähnliches anzudrohen.

Klingt jetzt für den ein oder anderen linksversifften Gutmenschen vielleicht etwas wahnsinnig, ist aber das gleiche Maßnahmenbündel, das die Bush-Administration als Reaktion auf die Ereignisse vom 11.9.2001 gegen Afghanistan initiierte. Damals waren sämtliche NATO-Staaten mit dabei, an vorderster Front Frankreich und auch Deutschland, welches bestrebt war „am Hindukusch“ seine „Sicherheit“ zu „verteidigen“.

Seinerzeit hielten wir Herrn Struck noch für einen mäßig intelligenten, aber im Großen und Ganzen recht vertrauenswürdigen Riesenschnäuzer. Heute erhalten wir einen Eindruck, wie es ist, wenn am Abend mal nicht „Tatort“ kommt, sondern Krieg.

Was mit dem Afghanistan-Einsatz wirklich gemeint war, erklärte uns übrigens einige Jahre später der ehemalige Oberbefehlshaber der NATO-Truppen im Kosovo, Wesley Clark:

 

Doch weg von den wilden Verschwörungstheorien eines „unglaubwürdigen Durchgeknallten“ und zurück zu weiteren geschichtlichen Fakten:

Beim Irak-Krieg 2003 weigerten sich Frankreich und Deutschland zunächst, „against terror and weapons of mass destruction“ mitzuspielen, wobei das bei Deutschland immer recht schwierig ist, denn wenn man mehrere US-Militärbasen im eigenen Land hat und die Drohnen-Lenk-Zentrale in Rammstein obendrauf, dann ist man halt immer irgendwie dabei – auch, wenn der eigene Bundeskanzler seinerzeit im Wahlkampf gegen die Oppositionsführerin von der FDJ kräftig das Lied von der „deutschen Zurückhaltung“ gröhlte.

(Ab 7:35 erklärt uns die, später von der Mehrheit der Wähler zur Bundeskanzlerin erwählte, die Bergpredigt – frei nach Kriegspastor Bischof Huber, der damals offenbar gerade für das Amt des Bundespräsidenten trainiert hat:

 

Frankreich hat seine „Zurückhaltung“ im Irak inzwischen aufgegeben, lässt seine Konzerne ein Ölgeschäft nach dem anderen abschließen, beliefert fleißig Kriegsparteien mit Waffen und fliegt gerne hin und wieder einen Lufteinsatz.

Was unser Partner im Westen aber wirklich militärisch drauf hat, das konnte er 2011 in Libyen demonstrieren, wo der „blutrünstige Diktator“, dessen Staatsfonds sich noch im Jahre 2009 an der Unicredit Bank beteiligt hatte, gestürzt wurde und das Land seitdem vor lauter Demokratisierung und Frauenrechten kaum noch aus dem Feiern raus kommt.

Wenig zu feiern hat freilich Diktator Assad in Syrien: Hatte er doch seinem Bündnispartner Rußland die Zusage gegeben, dass definitiv keine Pipeline durch sein Land gebaut werden wird, die vom Golf bis in die Türkei verlaufen soll. Eine solche Pipeline hatten zuvor Katar und Saudi-Arabien vorgeschlagen, damit sie in die Lage versetzt werden, Rußland auf dem wichtigen europäischen Gas-Markt massive Konkurrenz machen zu können.

Der teil der Pipeline, der grün ist und durch Syrien fließt, ist nicht im Interesse Russlands und wird unter Präsident Assad mit Sicherheit nicht gebaut werden. // Quelle: Zero Hedge

Der Teil der Pipeline, der grün ist und durch Syrien fließt, ist nicht im Interesse Rußlands und wird unter Präsident Assad mit Sicherheit nicht gebaut werden. // Quelle: Zero Hedge

 

Jetzt darf Herr Assad (nicht nur deswegen) zur Strafe im Bunker hocken und rätseln, welche der diversen Terrorgruppen (bzw. Rebellen, die für Demokratie und Frauenrechte kämpfen) gerade von der Türkei, von Saudi-Arabien, von Katar oder von den USA unterstützt werden.

Wobei, man muß auch fair bleiben: Von den USA unterstützte Rebellen gab es bis vor Kurzem nur in den Köpfen wirrer Verschwörungstheoretiker im Netz. Realität im Fernseher wurden diese Personen erst, als der blutrünstige Diktator aus Moskau höchstpersönlich begonnen hatte, sie von der Luft aus umzubringen. Jetzt dürfen wir freilich überlegen, wo die größeren Verschwörungstheoretiker sitzen: im Internetz oder bei CNN…

Der von den USA und einem Großteil der westlichen Welt vor 15 Jahren begonnene Krieg für Frieden und gegen Terrorismus hat nach unterschiedlichen Schätzungen bislang zwischen 800.000 und mehr als eine Million Abgeschlachtete gefordert. Und er hat zu sensationellen Exporterfolgen der deutschen und französischen Rüstungsindustrie geführt.

Zudem hat unser Krieg auch erfolgreich bewirkt, Ölpipelines zu sichern und Öltransportwege für uns frei zu halten – wobei die blöden Jemeniten mit ihrem sinnlosen „Regime Change“ direkt am Nadelöhr zum Suez-Kanal wieder völlig unnötig ein Faß aufgemacht haben!

Der Jemenit scheint leider etwas denkfaul zu sein, was geostrategische Zusammenhänge und Rohstoffsicherheit angeht.

Wozu haben die westlichen Angriffskriege noch geführt? Nun, zum Beispiel dazu, dass frühere Soldaten Saddam Husseins zunächst zur „Freien Syrischen Armee“ und danach zum IS gewechselt sind. Oder auch dazu, dass in Syrien, Libyen und im Irak eine große, kaum bezifferbare Zahl von Söldnern herumlaufen, die für diejenige Partei abwechselnd abmetzelnd tätig werden, die gerade am besten zahlt. Der IS zahlt angeblich bisweilen in Gold, was für den ein oder anderen Sachwert-Fan durchaus ein Argument sein dürfte.

Nun sitzen wir hier im Westen in der Vorweihnachtszeit (die ersten Lebkuchen von Ende August sind bereits leicht angeschimmelt) und warten auf: Sicherheit. Und Frieden. Vermutlich warten wir auch darauf, dass Menschen, die Eltern, Kinder, Gliedmaßen, Häuser, Ersparnisse, Freunde und Heimat verloren haben, jetzt mit mehr Respekt und Wohlwollen zu uns herauf blicken.

Doch entsetzt müssen wir feststellen, dass „denen da drüben“ in ihrer völligen Verzweiflung, in ihrer kompletten Desorientierung, angesichts völliger Zerstörung und unvorstellbaren Leides die gleiche üble Scheiße erzählt wird, wie uns: nämlich, dass es hier um einen „Religionskrieg“, also um die Frage gehe, welchen „alleinigen Gott“ man doch bitte anzubeten habe.

Vorteil Westen: Wir müssen nicht erst in die Moschee rennen, um  aufgehetzt zu werden // Quelle: die-welt-im-spiegel.de

 

Nun ist es vermutlich weniger eine Frage von Mitgefühl, als vielmehr eine der Logik, wie denn nun „unsere“ Reaktion auf die Terroranschläge von Paris aussehen muß. In meinem gesamten Umfeld finde ich niemanden mehr, der meint, wir könnten genauso „erfolgreich“ weiter verfahren, wie wir es die letzten 15 Jahre getan haben.

Mit wenig Überraschung stelle ich jedoch fest, dass die alten NATO-“Experten“ gerade mal wieder zur Höchstform auflaufen:

Ich denke ja eher, wir sind dazu verdammt unser Abonemment zu kündigen - aber darüber kann man ja streiten. // Quelle: welt.de

Ich denke ja eher, wir sind dazu verdammt unser Abonemment zu kündigen… // Quelle: welt.de

 

Es sieht so aus, als gäbe es zwei Fraktionen in unserer Gesellschaft: die Einen, die sehr genau wissen, was sie wollen (z.B. Geostrategen, Rüstungsindustrie), die sich auch sehr bewußt sind, was sie machen. Und auf der anderen Seite die Mehrzahl derer, die fast gar nichts mehr kapieren. Die die Vergangenheit nur sporadisch kennen, sie schon gar nicht deuten können, die Zusammenhänge nicht erkennen, die Vielzahl von Informationen nicht verarbeiten und Handlungen kaum beurteilen können (nennen wir sie: die Verwirrten).

Ich gehöre eher zur zweiten Gruppe. Bemerkt habe ich dies einmal mehr Vorgestern: Als im Netz der Aufruf kam #PrayforParis, da habe ich mich hingesetzt und habe geprayed for Paris. Denn ich gehöre zwar keiner Religion an, aber ich fühle verdammt nochmal mit, mit den Opfern der widerlichen Anschläge und deren Angehörigen!

Wenige Stunden später stolperte ich im Netz über folgende „Karikatur“ des französischen „Satire“-Magazins Charlie Hebdo:

"Die Gefahren russischer Billigflieger. Wären wir doch besser mit Air Kokain geflogen."

„Die Gefahren russischer Billigflieger. Wären wir doch besser mit Air Kokain geflogen.“

 

Da habe ich kurz überlegt: Wie habe ich mich bei vergleichbaren Ereignissen, wie den Terroranschlägen in Paris verhalten?

#PrayforRussia

#‎PrayForAnkara
#‎PrayForDonbass
#PrayforBeirut
#‎PrayForGazza
#‎PrayForJerusalem
‪#‎PrayForIrak‬
‪#‎PrayForAfghanistan‬
‪#‎PrayForSyria‬

…?

 

Kriegsereignisse, das können wir bestens bei Victor Klemperer nachlesen, haben mental unter anderem die fürchterliche Folge, dass sie zu schablonenhaftem, zu einfach-Denken, zu zugespitztem schwarz-weiß-Denken geradezu zwangsläufig führen.

 

Hüten wir uns davor!

 

 

Schaut auf diese Stadt!


München, im Oktober 2015:

Während in Dresden irgendwelche „Besorgten“ gegen die Islamisierung des Erzgebirges demonstrieren, empfängt die bayerische Landeshauptstadt München die Flüchtlinge perfekt organisiert, planvoll und mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerkes am Bahnhof. Die Menschen werden direkt in Busse gebracht und sofort in vorbereitete Unterkünfte gefahren, wo sie registriert werden. Die Bevölkerung zeigt sich solidarisch, es bilden sich freiwillige Hilfsinitiativen. Menschen versammeln sich am Hauptbahnhof, um die Flüchtlinge und Asylbewerber zu begrüßen.

 

München, am 22. Juli 2016 abends:

Sandy K. aus Dresden postet auf facebook: „Jetzt bekommen die Bahnhofsklatscher, was sie verdienen!“ Zur gleichen Zeit suchen in München Polizisten und Sondereinheiten fieberhaft nach drei mutmaßlichen Attentätern. Münchner Bürger flüchten von den Straßen und verbarrikadieren sich in ihren Wohnungen.

Während im sächsischen Clausnitz die Polizei es nicht einmal geschafft hat, ein paar dutzend Idioten von einem Bus fern zu halten, riegeln die Münchner Polizisten innerhalb von 15 Minuten ein Areal in der Größe von 20 Fußballfeldern hermetisch ab.

Während in Berlin ein provinzieller Innensenator >>tagtäglich beweist, dass er mit seiner Aufgabe restlos überfordert ist, spulen die Münchner Sicherheitskräfte ein perfekt organisiertes Programm ab, mit dem sie die Stadt innerhalb von nur einer Stunde komplett in den Griff bekommen.

Während Führungspersonen der AfD ihre abendlichen Kommentare auf Twitter mit einem triumphierenden „#AfD wählen!“ einleiten und damit einmal mehr demonstrieren, dass eine asoziale Grundhaltung erst dann richtig zum Strahlen kommt, wenn sie sich mit einer ordentlichen Portion Dummheit paart …stellen Münchnerinnen und Münchner, der bayerische Landtag und Münchner Moscheen unter dem Hashtag >>#OffeneTür kostenfreien Unterschlupf für verängstigte Menschen zur Verfügung.

Afd Wählen

 

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#offenetür_München

Der Rainer zu München.PNG

 

Während ein Maximilian Krah, Vorstandsmitglied der CDU in… ach ne, was für ein Zufall… Dresden auf Twitter postet…

CDU_Dresden zu München

…twittert die Münchner Polizei in vier verschiedenen Sprachen Informationen zur aktuellen Sachlage.

Während der Leiter der Polizeidirektion Chemnitz, Uwe Reißmann, nach den Übergriffen von Clausnitz in einer Pressekonferenz bewiesen hat, >>dass man nicht nur aussehen, sondern auch reden kann, wie ein Vollversager, spult der Münchner Polizeisprecher mit dem urbayerischen Namen Marcus da Gloria Martins ein Pressestatement nach dem anderen mit stoischer Professionalität und Ruhe ab.

 

Die Bürger der traditionell „rotgrünversifften“ Stadt München zeigen der Republik einmal mehr, wie es geht: Solidarität unter der Bevölkerung. Organisation, Professionalität und Ruhe in extrem herausfordernden Zeiten. Zusammenarbeiten und friedlich bleiben, statt aggressiv auf vermeintlich Wehrlose einzuprügeln. Und wer nun reflexhaft das, gerne im Rest Deutschlands verwendete Totschlagargument „Ja, die verdienen ja auch viel mehr“ entgegnen möchte, der möge bitte drei Dinge tun:

  1. Mir erklären, was menschliche Solidarität mit Geld zu tun hat.
  2. Sich die Fähigkeit aneignen, Netto versus Brutto zu rechnen.
  3. Mal kurz überschlagen, wieviel Geld jeden Monat übrig bleibt, wenn man 18 Euro Miete pro Quadratmeter bezahlen muß – und zwar kalt.

 

Am fünften Jahrestag der Anschläge des christlichen Attentäters Markus Breivik haben Münchnerinnen und Münchner wieder einmal eindrucksvoll demonstriert, dass man mit bester Organisation, Ruhe und gegenseitiger Solidarität selbst schwierigste Phasen überstehen kann.

Alle Münchner? Nein. Um circa 18:15 Uhr brüllt >>ein knapp sechzigjähriger Baggerfahrer im Unterhemd mit Bierflasche in der Hand „scheiß Kanaken“ vom Balkon. Der Achtzehnjährige auf dem gegenüber liegenden Parkhaus erwidert: „Scheiß Türken“.

Na, wenigstens da: ein kleines Stück durchschnittliches Deutschland – mitten in München.

Bye bye Britannia, god shave the queen!


Liebe Briten,

heute erleben wir vielleicht, wie Ihr als Ur-Europäer Euch bewusst aus der EU verabschiedet. Zeit, einmal inne zu halten und nachzudenken: Was verlieren wir, wenn Ihr geht?

Zunächst mal natürlich das leckere Essen! Zerbratene Fisch-Stücke mit vor Fett triefenden Kartoffelscheiben. Das Ganze eingewickelt in Zeitungen. Was man woanders „Dreck in Altpapier“ nennen würde, das heißt bei Euch Fish `n´Chips und wird unverfroren als „Nationalgericht“ angepriesen. Und noch was: Minze tut man in den Caipirinha, aber nicht in eine Soße!

Wer so einen Müll zu sich nimmt, der muß fast zwangsläufig Alkohol nachschütten. Quizfrage: Wo befindet man sich, wenn schon morgens um halb zehn alle Bars brechend voll sind? – Auf einem Kreuzfahrtschiff, das in Southampton abgelegt hat.

Ja, Eure Trinkfreude ist schon wirklich legendär, liebe Engländer. Leider führt steigender Alkoholkonsum bei Euch auffallend oft zu Gegröhle und Prügelei. Tja, Briten, die nach dem vierten Pint ausgelassen und friedlich tanzen und singen, die heißen halt nicht Engländer, sondern die heißen Iren – eine Faustregel, die ich als alter Kreuzfahrer aus purer Erfahrung weitergeben kann.

Die Neigung zum Alkoholismus ist aber auch verständlich: Wenn man auf so einer kleinen Insel hockt… dazu noch das scheiß Wetter… da wird man schon mal absonderlich.

Aber erklärt das denn auch, warum Ihr ständig irgendeinen Dreck zusammenwählt? Weshalb Ihr seit Jahrzehnten dem Neoliberalismus fröhnt, obwohl er Euch heruntergewirtschaftet hat bis auf die Knochen? Angefangen hat das Ganze ja mit einer Frau als Premierministerin, für die das Bayerische einen herrlich sexistischen Begriff kennt: „Krampfhenne“.

Aber lassen wir die „Eiserne Lady“, sie möge in Frieden rosten.

Vielmehr müssen wir doch feststellen: Hätte der legitime Nachfolger der Krampfhenne, Euer Kriegstreiber Tony Blair, nicht fröhlich weiter Arbeitnehmerrechte beschnitten und die Finanzindustrie dereguliert… dann wäre vermutlich der olle Suffkopp aus Hannover bei uns niemals so tolldreist geworden, wie er es letztlich war.

Großartig, diese Betonung und Förderung der „Finanzbranche“, bei gleichzeitigem Wegdrängen des Staates: Jetzt habt Ihr Straßen, die >>gelegentlich mal ein Auto verschlucken, privatisierte Bahnen, die laufend entgleisen und Ambulanzen, >>deren Computer hoffnungslos veraltet und fehlerhaft sind.

Gleichzeitig leistet Ihr Euch die „City of London“, die exteritoriales Gebiet ist, eine sogenannte „zeremoniale Grafschaft“,  die eine eigene Regierung hat, bei der die Mehrheit der Stimmen nicht auf Personen entfällt, sondern auf Unternehmen und Körperschaften.

Wie praktisch, dass auf diesem größten Finanzplatz der Erde >>Britische Gesetze nicht greifen. Asoziale und Dummschwätzer handeln dort mit weitgehend virtuellen „Derivaten“ über alle Grenzen hinweg, sie manipulieren die Gold- und Silberpreise und spekulieren auf Lebensmittelknappheiten – aber kein Gericht kann sie belangen und keine Regierung ihre Geschäfte kontrollieren.

Interessant ist in dem Zusammenhang, dass aber die ganzen Umsätze der „City“ dennoch in die Berechnung für das britische Bruttosozialprodukt einfließen. Damit besteht das britische BSP zu circa 25 % aus Erträgen aus weitgehend sinnloser und gemeingefährlicher Geld- hin und her Schieberei – was dazu führt, dass manche Volkswirte britische Wirtschaftsdaten für ungefähr so aufgebläht und seriös halten, wie die Zahlen der UdSSR aus den 80er Jahren.

Und, liebe Briten, wo wir schon mal bei Eliten-Hörigkeit und mangelndem Abschaffen von Privilegien sind: Was soll eigentlich dieser notorische Hang zum Neo-Feudalismus? Dieses ganze Getue um Euer „Königshaus“ hat mich ja nicht nur beim Friseur und im Arzt-Wartezimmer genervt: An der Spitze dieses Inzest-Haufens steht eine alte Schachtel, der man vor 70 Jahren einen Gesichtsausdruck in die Visage getackert hat – den sie seitdem Jahr für Jahr mit einer bleiernen „Coolness“ aufträgt.

Die Schwiegertochter von Lisbeth trägt den Namen von feuchtem Toilettenpapier und sieht aus, wie ein Pferd. Und einer der beiden Enkel ist dem Reitlehrer seiner verstorbenen Mutter, wie aus dem Gesicht geschnitten (surprise, surprise…).

Stimmung kommt eigentlich nur noch auf, wenn Prinz Mach-mir-den-Reitlehrer-Harry >>zum Moslem-Abknallen nach Afghanistan fliegt, oder er zur Abwechslung >>in Las Vegas die Hosen runterlässt.

Elisabeth zwei

Ein Lächeln, wie aus dem Baumarkt: widerstandsfähig und abwaschbar.

Wieviel Mut zur Lächerlichkeit habt Ihr eigentlich noch? Oder ist das die berühmte britische „(Niemals Selbst-)Ironie“?

Kein Volk lässt sich eine dermaßen arrogante Oberschicht mit derart versnobten Ausbeutern so lange bieten. Was habt Ihr davon? Die mieseste Verfassung Europas (außer Weißrussland vielleicht) mit Grundrechten nach Gutsherrenart, von Ihrer Majestät gnädigst gewährt. Eine superreiche Schmarotzerklasse, die im Luxus schwimmt und ein verelendetes Proletariat. Prall gefüllte Privatsafes von Multimilliardären, die kaum einen Penny Steuern zahlen, dafür eine Armada von parasitären „Steuerparadiesen“ von der Finanz-Freihandelszone „City of London“ über die Kanalinseln bis in die Karibik – leere Staatskassen, marode Straßen und desolate Krankenhäuser inklusive.

Ihr seid also quasi schon da, wo Hans-Werner Sinn und Konsorten noch hin wollen.

Tja, liebe Engländerinnen und Engländer: Wenn Ihr nun heute den Ausstieg aus der EU wählt, dann wird das ein großartiger Sieg für die noch vorhandene Demokratie sein. Und zu einem Aktien-Crash führen. Ansonsten wird es uns aber ziemlich wurscht sein.

Falls Ihr Euch doch entscheidet zu bleiben und mit uns weiter zu arbeiten… na, dann werden wir uns schon irgendwie entnervt wieder zusammen raufen. Denn Eines habe ich beim Schreiben dieses Artikels gelernt:

Wir sind uns schon viel ähnlicher, als wir es uns jemals selber zugeben würden…

 

Hach, wie schön ist Panama!


Unsere Journalisten berichten eifrig, in Panama gäbe es Nummernkonten und auf denen würde (Steuer-)Fluchtgeld liegen.

Na, das ist ja mal ein gewaltiger Scoop!!

Wer hätte das gedacht: Da gibt es Steueroasen und die werden doch tatsächlich genutzt!

Wahnsinn! Diese Superreichen sind aber auch völlig unberechenbar!

Aber, Moment mal: Wird denn heute in den Medien über Hollywood-Größen, Milliarden-Erben und multinationale Großkonzerne berichtet?

Eher weniger.

Stattdessen lesen wir etwas von unseren Lieblingsbösewichten – „die Politiker“, „der“ Putin, Herr Assad, Nordkorea, und, seit es aktiv zum Verfall des Ölpreises und damit zur Pleite vieler Schieferöl-Firmen in den USA beiträgt: das saudische Königshaus.

Na, na, na: Soll keiner sagen, Journalisten könnten keine investigativen Fragen stellen... (Quelle: www.spiegel.de)

Na, na, na: Soll keiner sagen, Journalisten könnten keine investigativen Fragen stellen! (Quelle: http://www.spiegel.de)

Ein Großteil der Adressen und der 11,5 Millionen Datensätze, die eine Gruppe von 400 „recherchierenden Journalisten“ (die tun sich heutzutage in Gruppen zusammen) mit dem Namen ICIJ angeblich zugespielt wurden, bleibt dabei selbstverständlich „privat“, wie der Journalisten-Verein sofort versprochen hat. Gut so: man will ja schließlich nicht riskieren, dass der Verein in den kommenden Tagen zu einem kleinen Stammtisch zusammen schrumpft…

Aber auch irgendwie schade. Denn es hätte doch einige interessante Fragen gegeben, die Journalisten gerade jetzt versuchen könnten, zu beantworten:

  • Welcher DAX-Konzern steht nicht auf der Liste der Steueroasen-Nutzer?
  • Welche/r US-Präsidentschaftsbewerber/in hat die meißten Konten in Panama?
  • Wie viele der weltweit 1.900 Milliardäre haben inzwischen ihr Konto in Panama gekündigt und warum? Waren die Kontoführungsgebühren zu hoch? Bieten vielleicht andere Steueroasen eine Wechselprämie an?
  • Und: Ist unter den 11,5 Millionen Datensätzen denn wirklich kein einziger US-Amerikaner dabei…?

Stattdessen erleben wir ein offensichtlich orchestriertes Ablenkungsmanöver rund um den Teufel persönlich, „den“ Putin. Dazu wird uns mit Lionel Messi >>ein Fußball-Trottel vorgeführt der zwar in den Augen eines Durchschnitts-Millionärs halbwegs „reich“ erscheinen mag, der aber für wirklich Reiche (also 400 Mio. +) nichts weiter ist, als eine vernichtend kleine Wurst.

Ein Spitzensportler lässt Millionen-Deals über eine Steueroase laufen. Schön, dass wir darüber geredet haben! (Quelle: welt.de, dort abgeschrieben aus dpa/AFP)

Ein Spitzensportler lässt Millionen-Deals über eine Steueroase laufen. Schön, dass wir darüber geredet haben. (Quelle: welt.de, dort abgeschrieben aus dpa/AFP)

 

Ich, der ich eine völlig unbeschriebene Null auf dem Parkett der wirklich Reichen und Schönen, jedoch erstaunlich gut vernetzt bin, habe vor drei Jahren zum ersten Mal aus glaubwürdiger Primär-Quelle erzählt bekommen, dass ultra-reiche US-amerikanische Großfamilien massiv Vermögenswerte nach Panama verlagern würden und zwar noch nicht mal nur, um Steuern zu sparen, sondern vor Allem: aus Angst. Angst vor inneren Unruhen, Angst vor Enteignung. Angst vor Devisenverkehrskontrollen.

Und da wären wir wiederum bei interessanten Fragen, die wirklich investigative und ausreichend lebensmüde Journalisten durchaus mal recherchieren könnten:

  • Warum gehen Menschen freiwillig in ein relativ instabiles Land mit solch einem (er-)drückenden Klima, wie Panama? Schwarzgeldverschleierung geht in der Karibik oder Europa genauso gut und Steuern sparen lässt sich für Großkonzerne perfekt in Holland.
  • Wie viele Grundstücke wurden in den letzten Jahren über Strohfirmen in Panama gekauft und warum? Wegen der guten Luft?
  • Wurden diese Grundstücke bereits bebaut, und wie sieht solch eine ärmliche panamaische 3.000 Quadratmeter-Villa aus, wenn sie fertig ist?
  • In welchen Währungen werden die Geldanlagen in Panama geführt und wie hoch ist der US-Dollar-Anteil unter den dortigen Anlagegeldern?

Und genau hier können wir uns sicher, ja sogar 100 % sicher sein: Über die Machenschaften und Interna der obersten 1%, also über die Einzigen, die wirklich profitieren in unserem Wirtschafts-System, über die werden wir garantiert absolut keine Details erfahren.

Denn wir kennen die Namen dieser Menschen ja noch nicht einmal. Wir lesen so gut wie nie etwas über sie.

Stattdessen erfahren wir tonnenweise Details von Pseudo-Reichen wie zum Beispiel von den, durch jahrhundertelangen Inzest schwer geplagten europäischen Königshäusern. Oder wir bekommen neureiche Clowns serviert, wie die „Geissens“, die so arm sind, dass sie sich sogar von RTL2 bezahlen lassen müssen.

Wie war das nochmal? „Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“ sagte 1965 Paul Sethe, der Gründungsherausgeber der FAZ, ein linksradikaler Spinner, wie er im Buche steht. Ur-Trotzkist Peter Scholl-Latour ergänzte 40 Jahre später: „Inzwischen sind es keine 200 mehr, sondern viel weniger.

Was wir in diesen Tagen erleben können, das ist der verzweifelte Versuch unserer Medien, genau diesen Zusammenhang zu verschleiern.

Na, wenn das mal keinen Unterhaltungswert hat!

 

P.S.: Einen sehr informativen Artikel zu den Hintergründen des völlig überraschenden „Panama-Skandals“ hat der britische Ex-Botschafter >>Craig Murray geschrieben. Zitate aus diesem Artikel werden Sie in unseren Leitmedien jedoch vergeblich suchen, denn Murray gilt als Verschwörungstheoretiker, seitdem er behauptet, dass der usbekische Diktator Karimov und sein Land Hauptdurchgangsschleuse für afghanisches Opium seien – und das ist ja nun wirklich völlig unvorstellbar! Sie können Murray am besten nachlesen auf dem linksradikalrotgrünversifften Gutmenschen-Verschwörungsblog >>www.nachdenkseiten.de.

Bleiben Sie informiert!