Hach, wie schön ist Panama!


Unsere Journalisten berichten eifrig, in Panama gäbe es Nummernkonten und auf denen würde (Steuer-)Fluchtgeld liegen.

Na, das ist ja mal ein gewaltiger Scoop!!

Wer hätte das gedacht: Da gibt es Steueroasen und die werden doch tatsächlich genutzt!

Wahnsinn! Diese Superreichen sind aber auch völlig unberechenbar!

Aber, Moment mal: Wird denn heute in den Medien über Hollywood-Größen, Milliarden-Erben und multinationale Großkonzerne berichtet?

Eher weniger.

Stattdessen lesen wir etwas von unseren Lieblingsbösewichten – „die Politiker“, „der“ Putin, Herr Assad, Nordkorea, und, seit es aktiv zum Verfall des Ölpreises und damit zur Pleite vieler Schieferöl-Firmen in den USA beiträgt: das saudische Königshaus.

Na, na, na: Soll keiner sagen, Journalisten könnten keine investigativen Fragen stellen... (Quelle: www.spiegel.de)

Na, na, na: Soll keiner sagen, Journalisten könnten keine investigativen Fragen stellen! (Quelle: http://www.spiegel.de)

Ein Großteil der Adressen und der 11,5 Millionen Datensätze, die eine Gruppe von 400 „recherchierenden Journalisten“ (die tun sich heutzutage in Gruppen zusammen) mit dem Namen ICIJ angeblich zugespielt wurden, bleibt dabei selbstverständlich „privat“, wie der Journalisten-Verein sofort versprochen hat. Gut so: man will ja schließlich nicht riskieren, dass der Verein in den kommenden Tagen zu einem kleinen Stammtisch zusammen schrumpft…

Aber auch irgendwie schade. Denn es hätte doch einige interessante Fragen gegeben, die Journalisten gerade jetzt versuchen könnten, zu beantworten:

  • Welcher DAX-Konzern steht nicht auf der Liste der Steueroasen-Nutzer?
  • Welche/r US-Präsidentschaftsbewerber/in hat die meißten Konten in Panama?
  • Wie viele der weltweit 1.900 Milliardäre haben inzwischen ihr Konto in Panama gekündigt und warum? Waren die Kontoführungsgebühren zu hoch? Bieten vielleicht andere Steueroasen eine Wechselprämie an?
  • Und: Ist unter den 11,5 Millionen Datensätzen denn wirklich kein einziger US-Amerikaner dabei…?

Stattdessen erleben wir ein offensichtlich orchestriertes Ablenkungsmanöver rund um den Teufel persönlich, „den“ Putin. Dazu wird uns mit Lionel Messi >>ein Fußball-Trottel vorgeführt der zwar in den Augen eines Durchschnitts-Millionärs halbwegs „reich“ erscheinen mag, der aber für wirklich Reiche (also 400 Mio. +) nichts weiter ist, als eine vernichtend kleine Wurst.

Ein Spitzensportler lässt Millionen-Deals über eine Steueroase laufen. Schön, dass wir darüber geredet haben! (Quelle: welt.de, dort abgeschrieben aus dpa/AFP)

Ein Spitzensportler lässt Millionen-Deals über eine Steueroase laufen. Schön, dass wir darüber geredet haben. (Quelle: welt.de, dort abgeschrieben aus dpa/AFP)

 

Ich, der ich eine völlig unbeschriebene Null auf dem Parkett der wirklich Reichen und Schönen, jedoch erstaunlich gut vernetzt bin, habe vor drei Jahren zum ersten Mal aus glaubwürdiger Primär-Quelle erzählt bekommen, dass ultra-reiche US-amerikanische Großfamilien massiv Vermögenswerte nach Panama verlagern würden und zwar noch nicht mal nur, um Steuern zu sparen, sondern vor Allem: aus Angst. Angst vor inneren Unruhen, Angst vor Enteignung. Angst vor Devisenverkehrskontrollen.

Und da wären wir wiederum bei interessanten Fragen, die wirklich investigative und ausreichend lebensmüde Journalisten durchaus mal recherchieren könnten:

  • Warum gehen Menschen freiwillig in ein relativ instabiles Land mit solch einem (er-)drückenden Klima, wie Panama? Schwarzgeldverschleierung geht in der Karibik oder Europa genauso gut und Steuern sparen lässt sich für Großkonzerne perfekt in Holland.
  • Wie viele Grundstücke wurden in den letzten Jahren über Strohfirmen in Panama gekauft und warum? Wegen der guten Luft?
  • Wurden diese Grundstücke bereits bebaut, und wie sieht solch eine ärmliche panamaische 3.000 Quadratmeter-Villa aus, wenn sie fertig ist?
  • In welchen Währungen werden die Geldanlagen in Panama geführt und wie hoch ist der US-Dollar-Anteil unter den dortigen Anlagegeldern?

Und genau hier können wir uns sicher, ja sogar 100 % sicher sein: Über die Machenschaften und Interna der obersten 1%, also über die Einzigen, die wirklich profitieren in unserem Wirtschafts-System, über die werden wir garantiert absolut keine Details erfahren.

Denn wir kennen die Namen dieser Menschen ja noch nicht einmal. Wir lesen so gut wie nie etwas über sie.

Stattdessen erfahren wir tonnenweise Details von Pseudo-Reichen wie zum Beispiel von den, durch jahrhundertelangen Inzest schwer geplagten europäischen Königshäusern. Oder wir bekommen neureiche Clowns serviert, wie die „Geissens“, die so arm sind, dass sie sich sogar von RTL2 bezahlen lassen müssen.

Wie war das nochmal? „Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“ sagte 1965 Paul Sethe, der Gründungsherausgeber der FAZ, ein linksradikaler Spinner, wie er im Buche steht. Ur-Trotzkist Peter Scholl-Latour ergänzte 40 Jahre später: „Inzwischen sind es keine 200 mehr, sondern viel weniger.

Was wir in diesen Tagen erleben können, das ist der verzweifelte Versuch unserer Medien, genau diesen Zusammenhang zu verschleiern.

Na, wenn das mal keinen Unterhaltungswert hat!

 

P.S.: Einen sehr informativen Artikel zu den Hintergründen des völlig überraschenden „Panama-Skandals“ hat der britische Ex-Botschafter >>Craig Murray geschrieben. Zitate aus diesem Artikel werden Sie in unseren Leitmedien jedoch vergeblich suchen, denn Murray gilt als Verschwörungstheoretiker, seitdem er behauptet, dass der usbekische Diktator Karimov und sein Land Hauptdurchgangsschleuse für afghanisches Opium seien – und das ist ja nun wirklich völlig unvorstellbar! Sie können Murray am besten nachlesen auf dem linksradikalrotgrünversifften Gutmenschen-Verschwörungsblog >>www.nachdenkseiten.de.

Bleiben Sie informiert!

Ein glücklicher Tag! (…nur nicht in Hamburg)


Liebe Berlinerinnen und Berliner, ich war noch nie so stolz, einen Teil meines Lebens bei und mit Euch verbringen zu dürfen!

Zwischen 150.000 (Polizeiangaben) und 250.000 Menschen (Veranstalterangaben und eigener, persönlicher Eindruck) waren heute in Berlin in einer wunderbaren Atmosphäre auf den Straßen, um gegen die beiden Freihandelsabkommen TTIP (USA – EU) und CETA (EU – Kanada) zu demonstrieren.

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Dies war eine der größten Demonstrationen in der Geschichte der Bundesrepublik, mitten im Herzen der Hauptstadt!

Ich konnte live erleben, wie die Presse wieder alles versucht hat, um die Demonstranten a) zu ignorieren, oder b) als rechte Spinner zu verunglimpfen. Um mir selber ein Bild zu machen, habe ich heute mal eine Ausnahme von der Regel gemacht, und mir einmalig unsere sogenannten „Leitmedien“ angetan:

Springers „welt.de“ sah es bis nachmittags um 14 Uhr nicht für nötig an, über die seit 3 Stunden andauernde Groß-Demonstrationen zu berichten. Was dann online gestellt wurde, war eine kopierte Agenturmeldung von 10:30 Uhr, die in ihrer Unaktualität von harmlosen „45.000 Teilnehmern“ faselte.

Inzwischen kommt man angesichts der Massenteilnahme sowohl auf >>BILD.de, wie auch auf welt.de offenbar nicht umhin, unter „ferner liefen“ Kurzberichte zu der Großdemonstration, sowie die polizeilichen Teilnehmerzahlen („mehr als 150.000„) wieder zu geben. – Das Ganze freilich eingebettet in mehrere Artikel, die uns erklären, warum jeder Widerstand gegen TTIP absolut falsch und schädlich sei…

BILD_TTIP

Auf BILD ist Verlaß.

Springer ist somit erwartungsgemäß das zuverlässige Sprachrohr für transatlantische Interessen.

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Atemberaubendes Eigentor in Hamburg

Was spiegel-online jedoch heute von sich gegeben hat, erscheint so dermaßen absurd, lächerlich und plump, dass ich minutenlang lachen mußte über so viel Dummheit und Gedankenlosigkeit.

Vormittags um halb elf, als die Demonstration noch relativ klein zu werden scheint, übernimmt spon die Agenturmeldung, die einfach von „zehntausenden Demonstranten“ berichtet und packt eine Stunde später direkt darunter eine Hetzschrift, die als „Polemik“ bezeichnet wird:

TTIP_spon

Eine neue journalistische Kategorie: Wenn Kabarettisten die journalistische Arbeit übernehmen („Die Anstalt“, ZDF), dann veröffentlichen Journalisten ab sofort „Polemiken“… oder wie?

In dieser „Polemik“ stellt der Kommentator fest, die „Kampagne gegen den Freihandel“ sei „wie auf dem braunen Mist gewachsen„. Er behauptet, „vom Ausverkauf deutscher Interessen an die Amerikaner“ sei die Rede. „Dabei„, so unterstellt er den Demonstranten, solle „doch am eigenen Wesen die Welt genesen, denn man hält sich für die Krone der Schöpfung„.

Um 11 Uhr, also noch bevor die Demonstration richtig losgegangen ist, weiß er bereits:

spon_duemmste_Parolen

Nun ist dies alles nichts Neues und Überraschendes: Bereits bei der letzten „Friedenswinter-Demonstration“ habe ich erlebt, wie quer durch die gesammte Presselandschaft bereits zu Beginn der Demonstration Artikel veröffentlicht wurden, die allesamt mit den selben Schlagworten aufmachten (damals: „Querfront“, „Verschwörungstheoretiker“, „rechte Spinner“ etc.). Spiegel-online glänzte seinerzeit mit >>Süffisanz und Herabwürdigung der Demonstranten.

Nur: im Dezember 2014 war es eine unbedeutende Menge von circa 5.000 hoch interessanten und keinesfalls „rechten“ Leuten, die durch die Straßen von Berlin schlotterten. Heute jedoch bewegte sich ein nicht enden wollender Zug von 250.000 Menschen vom Berliner Hauptbahnhof über die Brücken und die Straße des 17. Juni bis hin zur „Goldelse“, dem Friedensengel: Rentnerehepaare, Studenten, Familien mit Kinderwägen, bürgerliches, klassisch links-liberales Publikum, das beim Schlendern in hohem Niveau über die Zusammenhänge von TTIP,  von Wirtschaftssystem und US-Politik diskutierte.

Das, was da heute im Demonstrationszug lief, das war die klassische Kernzielgruppe des SPIEGEL!

Und der SPIEGEL hat es heute tatsächlich geschafft, 250.000 Menschen aus seiner Kernzielgruppe, frontal vor den Kopf zu stoßen, indem er sie verklausuliert als „Nazis“ bezeichnet hat…!

Wow – DAS muß man erstmal hinkriegen!

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Auf dem eigenen Ast mit der Turbo-Kettensäge

Nun können Sie als Privatunternehmen natürlich immer wieder Ihre Kernzielgruppe aufs Heftigste beleidigen. Aber das funktioniert eben nur ein paar Mal. Denn irgendwann kommt der Insolvenzverwalter und macht dem Spuk ein Ende.

Es hilft übrigens auch nichts, liebe spon-Redaktion, wenn man eine unbekannte „Redakteurin“ vor die Kameras zerrt, die in einem >>“Erklärvideo“ (seit wann muß Presse „erklären“? – Wie wäre es stattdessen mal mit „berichten“?) folgende Äußerung von sich gibt:

“Ein anderer wichtiger Kritikpunkt ist die Kritik an der anscheinend mangelnden Transparenz der Verhandlungen, also das Thema Bürger­beteiligung. Warum kann man nicht reingucken? Worüber genau verhandelt wird und warum tagen eigentlich die Verhandler hinter verschlossenen Türen? Wobei man da auch sagen muss: es ist schon ziemlich normal, dass nicht eine Marie Müller aus Berlin mal eben gucken kann, was die USA an Regulierungen vorantreibt. Das ist schon OK, dass das Experten machen. Deswegen finde ich immer, dass es ganz OK ist, dass nicht jeder Bürger daran beteiligt sein muss – im Prozess…Wobei man auch immer sagen muss, demokratisch legitimiert ist TTIP, denn alle 27 Mitgliedstaaten der EU haben gesagt, wir wollen diese Verhandlungen und haben sie abgesegnet… “

Übersetzt: Die Forderungen der Demonstranten, wie zum Beispiel demokratische Transparenz, sind Unsinn, denn schließlich muß ja nicht jede 250.000-fach dahergelaufene „Marie Müller aus Berlin“ mal eben wissen, was die USA mit uns so vorhaben.

Noch ein Tiefschlag. Gegen die eigene Zielgruppe.

Ich wiederhole mich aus einem meiner letzten Beiträge: Ich würde gerne wissen, was für Drogen in der Redaktion der Landserpostille aus Hamburg morgens eingenommen werden!

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Rätselhafte Tiefschläge im Kampf gegen den Niedergang

Wie generiert ein Nachrichtenmagazin Einnahmen?

  1. Durch Verkäufe am Kiosk o.ä. / kostenpflichtige Angebote online und
  2. durch gebuchte Anzeigen-/Online-Werbung

Ich weiß, dass wir bereits vor 10 Jahren, als ich noch für millionenschwere Media-Etats verantwortlich war, wir bei der Buchung klassischer Medien SPIEGEL, FOCUS und STERN konsequent ignoriert haben. Weil sie zu teuer waren und die Zielgruppe zu schwammig.

Ich sehe auch, dass der Print-SPIEGEL mit massiven Rückgängen der Auflagenzahlen kämpft und der online-spon ebenso keine Zuwächse mehr hat.

SPIEGEL_verkaufte_Auflage

SPIEGEL verkaufte Auflage / Quelle: wikipedia.de

Wen, lieber SPIEGEL, erreiche ich heute, wenn ich klassische Werbung bei Euch schalten möchte? Ihr verprellt konsequent Eure links-liberal-intellektuelle Zielgruppe, also die Besserverdienenden, die überdurchschnittlich Gebildeten, die Progressiven und Weltoffenen.

Wenn Ihr in der kommenden Woche mit folgendem Titelblatt aufmachen werdet…

SPIEGEL-Titel_42_2015_2

Wen spricht dieses Titelblatt an? Vielleicht Menschen auf der Suche nach einem Ausweg aus der Alkoholsucht…?

…wer soll denn bitte als Konsument auf diesen billigen, dümmlichen Schmarrn reagieren? Die „überdurchschnittlich Gebildeten“?

Ich sehe hier die völlige Demontage und Selbstenthauptung eines, irgendwann im letzten Jahrhundert mal sehr respektablen Nachrichtenmagazines. Und ich kann es mir beim besten Willen nicht erklären!? – Warum??

Doch, einen Teil kann ich mir schon erklären: Ich verstehe, weshalb der SPIEGEL, wie so viele andere Medien TTIP propagiert. Vermutlich haben große Verbände, wie der BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie) und der BDA (Bundesverband der Deutschen Arbeitgeber), sowie vielleicht auch die INSM (Initiative Neue soziale Marktwirtschaft) und vor allem auch das Bundeswirtschaftsministerium derzeit große Millionenbudgets für PR. Damit kaufen sie sich sogenannte „Experten“ (z.B. die „Institute“ irgendwelcher Wirtschaftswissenschaftler) und investieren riesige Summen in Anzeigen und Online-Werbung. Natürlich ist der Deal immer der Gleiche: „Wir schalten bei Euch Werbung ohne Ende, aber dafür möchten wir auch bitte, das ihr unserem `Thema´ gegenüber zumindest nicht negativ seid.

Das ist die simple Erklärung dafür, weshalb auf einmal so viele Medien (achten Sie mal darauf!) PRO-TTIP sind – während gleichzeitig in den großen Tageszeitungen und Magazinen ganzseitige Anzeigen des Bundeswirtschaftsministeriums erscheinen…

Aber, SPIEGEL, kann es denn wirklich sein, dass Ihr Verleger und eine Chefredaktion habt, die kurzfristige finanzielle Erfolge so dringend brauchen, dass sie bewußt ihre Kernzielgruppe verprellen, also ihr Kerngeschäft abbauen? *)

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Bei 250.000 fährt das Narrativ an die Wand

Nun gut, was heißt schon „bewußt“? Als sich heute gegen 14:00 Uhr abzeichnete, dass eine wahre Volksbewegung und nicht nur „ein paar Zehntausende“ durch Berlin marschieren würde, da hat spiegel-online schnell reagiert. Und zwar mit einem „Meinungs“-Artikel, der um 17:59 Uhr veröffentlich wurde (also vermutlich nicht aus der Retorte stammt) und in dem eine „stellvertretende Ressortleiterin“ sich ganz, ganz schnell von den Ergüssen ihres Redakteur-Kollegens distanziert…

Spon_Reaktion

Bei der letzten Demonstration zum „Friedenswinter“ gab es eine solche hektische Distanzierung nicht auf spiegel-online. Warum? Nun, vermutlich, weil es ja nur 5.000 „Spinner“ waren… Aber 250.000 Menschen mitten in der Hauptstadt wagt ein SPIEGEL nicht so ohne Weiteres zu diffamieren. Denn es könnte ja sein, dass die das Magazin mit dem erschreckend dümmlichen Titelblatt in der kommenden Woche bewußt nicht kaufen werden – oder einmal mehr eine Kündigungswelle bei den Abonnenten einsetzt.

Und GENAU DESWEGEN waren die 250.000 heute in Berlin ein sensationeller Erfolg! Am Beispiel des „großen deutschen Nachrichtenmagazines“ durften wir live erleben, was es unmittelbar bewegen kann, wenn 250.000 von uns im Herzen der Hauptstadt auf die Straße gehen.

Danke Berlin! Ick liebe Dir!

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*) Ich rufe, ganz ernsthaft, mögliche Insider von SPIEGEL und spon oder auch sonstige Aufgeklärte auf: Wenn Sie mir erklären können, was gerade in diesem Verlagshaus passiert, schreiben Sie mir bitte eine E-Mail (waldemar(punkt)meyer(ät)yahoo(punkt)de), oder schreiben Sie in die Kommentare zu diesem Meinungs-Artikel. Ich will einfach nur intellektuell begreifen können, was da zur Zeit bei Ihnen passiert.

Anleitung für weniger Schwachsinn im Leben


Keine Ahnung was speziell heute los war: ich habe selten einen Tag erlebt, an dem ich mich beim Blick in die Online-Auftritte der großen deutschen „Leitmedien“ so konsequent mit „Müll zugesch…“ (>>siehe diesen vorhergehenden Artikel) fühlte.

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Der SPIEGEL veröffentlicht unter der Überschrift „Assads Lügenshow im russischen Fernsehen“ ein Geschreibsel, das restlos jeden Kontakt mit dem Begriff „Journalismus“ verloren hat.

ASSADs Luegenshow

Ich weiß ja nicht welche Drogen morgens in der Redaktion der Landserpostille aus Hamburg gereicht werden – aber dieser „Artikel“ ist nun wirklich so boden- und schamlos, dass jede detaillierte „Rezension“ vollkommen verlorene Zeit wäre.

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Die Leserkommentare darunter (vermutlich hat ein Volontär vergessen, den Kommentarbereich zu sperren) sprechen eine erdrückend überdeutliche Sprache:

Komment1

Komment2

Komment3

Komment4

Komment5

Das Erschreckende ist das Selbstverständnis, das die „Journalisten“ des SPIEGEL währenddessen mitbringen: Wenn ein >>Jan Fleischhauer in einem seiner letzten Kommentare mutmaßt, die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der deutschen Presselandschaft fuße auf einer allgemeinen Unzufriedenheit mit „denen da oben“, so sagt dies aus, dass er sich selbst als Einen von „denen da oben“ sieht. Hierzu möchte ich einen früheren Vorgesetzten von mir, seines Zeichens Marketingleiter in einer großen deutschen Bank zitieren: „So ein Würstchen kaufe ich mir zum Frühstück.

So sieht also Einsicht zur Germanwings-Berichterstattung aus...!?

Was bitte hast DU mit „denen da oben“ zu tun?

Und ich kann dies bestätigen. Schließlich habe ich die entsprechenden Kaufverträge seinerzeit selber mit verfasst.

Redakteure, die das Glück haben, einen nicht nur 1-Jahres-, sondern sogar einen Mehr-Jahres-Arbeitsvertrag mit ihrem Haus abgeschlossen zu haben, sollten besser nicht vermuten, in irgendeiner Weise jetzt endlich „dabei“ zu sein. Sie sollten sich lieber erkundigen, wie die tatsächlichen Machtverhältnisse in diesem Land sind. Und da kann ich als ehemaliger Großbanker nur sagen: „Vergesst es: Ihr habt verloren. Wir haben die Macht.

Wie praktisch, dass es dennoch immer wieder journalistischen Nachwuchs gibt, der hochmotiviert in sein Elend startet! So, zum Beispiel Julian Röpcke, seines Zeichens seit Mai diesen Jahres „Multimedia-Redakteur“ bei BILD.

Herr Röpcke posiert in seinem Twitter-Account gerne vor Kampfflugzeugen, beleidigt Twitter-Diskutanden und zeigt sich ansonsten als glühender Verfechter EINER politischen Linie (z.B. Putin schlecht, Azov-Battailon gut) – was ihn per se zu allem Möglichen macht, nur eben nicht zu einem Journalisten.

RoepckeTwitter

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RoepckeBeleidigung

Bizarr erscheint auch hier das Selbstverständnis: Wenn Herr Röpcke zum Einstand als „Multimedia-Redakteur“ der BILD schreibt…

… dann fühlt man sich von dieser Person intellektuell beleidigt. Ich jedenfalls hatte das Glück, dass ich in der achten Klasse im Gymnasium eine Deutschlehrerin hatte, die mit uns detailliert die Schreibweise, Struktur und Aufbau der BILD durchgegangen ist, damit wir erkennen lernen, wie Kampagnenjournalismus funktioniert.

Dies wurde in der neunten Klasse durch einen Lehrer in „Sozialkunde“ nochmal bekräftigt, sodaß ich seitdem weiß, wie ich BILD und „Welt“ einzuordnen und zu verstehen habe. – Gut, das waren bayerische Gymnasien… und Herr Röpcke mag vielleicht dieses Niveau von echter BILDung nicht genossen haben…?  – Oder er steht einfach unter dem Druck, seine Miete bezahlen zu müssen.

Wo wir gerade bei vermeintlicher Bildung sind, so lohnt sich ein Blick in die ZEIT, die sich leider offenbar ihren zweifelhaften Ruf als Transatlantiker-Hetzblatt kultivieren möchte:

ZEIT_Syrienkrieg
Kriegstreiberei vom Feinsten – und übrigens (was für ein Zufall…) parallel zu >>Welt, >>FAZ, etc. die uns heute alle das Lied singen von „Putins Krieg in Syrien“, auf den man unbedingt reagieren müsse….

Die ZEIT wird bekanntlich von Leuten herausgegeben, die (naja, wie soll man es formulieren?)… so „eingleisig“ unterwegs sind, dass sogar ein Parvenu, wie Gerhard Schröder sie vorführen kann:

Was also tun, wenn Schwachsinn, Nato-Propaganda und Kriegshetze mal wieder Überhand nehmen? Hier zwei Tipps, die ich selbst durchexerziert habe, bzw. gerade anwende:

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1. Schmeißen Sie Ihren Fernseher weg

Wirkt Wunder. Sie werden merken: Die eingesparte Zeit vor dem Verdummungsapparat lässt sich hervorragend nutzen. Sie schlafen Abends besser ein und sparen Strom. Wer „heute-journal“ (mit dem Transatlantiker >>Claus Kleber) und „Tagesthemen“ (mit dem Transatlantiker >>Tom Buhrow) immer noch mit „Information“ verwechselt, wird begeistert sein über die Erkenntnisse, die ihm alternative Informationsquellen bieten werden. Hirnloser Schwachsinn, wie „Schlag den Raab“, „Deutschland sucht… bla bla bla…“ oder der „Musikantenstadl“ wird Ihnen garantiert nicht abgehen. Und gute Qualitätsserien können Sie jederzeit bewußt im Internet konsumieren.

Klar gibt es noch die GEZ-Gebühr, um die wir alle nicht herum kommen. Aber Insider rechnen bereits damit, dass die digitale Revolution auch dieses Relikt aus den 80er Jahren schon bald hinweg fegen wird.

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2. Blocken Sie Websites

Voraussetzung dafür ist, dass Sie einen >>Firefox-Browser haben. Laden Sie sich dazu ein sogenanntes Add-On herunter, das es Ihnen erlaubt, bestimmte Websites und deren Unterseiten auf Ihrem Browser zu sperren, zum Beispiel das Add-On: Block site

Block site

Dort können Sie dann alle Websites sperren, die Sie bislang mit Kriegshetze, Propaganda oder schlicht Schwachsinn genervt haben. Dies sieht dann zum Beispiel so aus:

Block site Menu
Folge ist, dass Sie diese Websites von Ihrem Computer nicht mehr aufrufen können. Wie Sie die damit entstehende Freizeit nutzen, bleibt Ihnen überlassen. Nur soviel: Genießen Sie die neu gewonnene Freiheit, nicht täglich (wie mein Ex-Chef es auszudrücken pflegte) „mit Müll zugeschissen“ zu werden. Lesen Sie gute Bücher! Führen Sie interessante Gespräche! Sie werden bemerken, wie gut das tut.

Dies wird somit mein letzter Kommentar zu einem spiegel-online-Artikel gewesen sein. Ich verabschiede mich von einem Nachrichtenportal, dem ich seit 1999 die Treue gehalten hatte und, welches zu Konsumieren für mich so selbstverständlich geworden war, wie die tägliche Tasse Kaffee am Morgen.

Doch wenn ich wiederholt erkennen muß, wie ich mit hirnfreiem Blödsinn manipuliert werden soll, dann ist halt irgendwann auch mal Schluß mit Lustig.

Adieu ZEIT, Adieu SPIEGEL… wenn ich Euch irgendwann im Wartezimmer einer Arztpraxis begegnen sollte… dann werde ich vielleicht wehmütig werden… und im Gedenken an alte Zeiten mit zitternder Hand Eure bazillenverseuchten Titelseiten doch noch einmal aufschlagen…

Oder auch nicht.

Journalismus mit dem IQ einer obenliegenden Nockenwelle


Und hier wieder ein Artikel von einem meiner absoluten Lieblings-Journalisten- und Blogger. Wie praktisch, wenn er Sätze schreibt, denen ich bis ins letzte Wort zustimmen kann, ohne sie selbst formulieren zu müssen…

Gert Ewen Ungar

Vor einigen Tagen postete ein Freund, den ich aus Moskau kenne, ein Bild auf Facebook, das ihn am Bahnhof in Sankt Petersburg vor zwei Hochgeschwindigkeitszügen zeigte. Er war gerade angereist und hatte vor, sich ein paar Tage die Stadt anzuschauen.
Ich war ein bisschen überrascht, denn aus irgendeinem Grund hatte ich in Erinnerung, Moskau sei mit Sankt Petersburg verkehrstechnisch nur sehr schlecht angebunden. Ich grub in meinem Gedächtnis, nutzte Kontakte und das Internet, schließlich fand ich den Ursprung des Gedankens.
11207294_1175834762431841_1451272674899348974_nEin unsäglich dummer Kommentar von einem sogenannten Landeskorrespondenten des Deutschlandfunks mit Namen Michael Watzke, hat dieses Vorurteil in meinen Kopf gepflanzt. Den Kommentar im Stil einer Hasspredigt hatte er anlässlich des Besuches des russischen Motorradclubs “Nachtwölfe” abgesondert, der zum siebzigsten Jahrestages der Befreiung vom Faschismus durch die Rote Armee in Berlin das Sowjetische Ehrenmal besuchen wollte.
In seinem als Kommentar getarnten Erguss der deutschen Überheblichkeit, die sich mit Dummheit paart…

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