Vorsicht: Schnallen Sie sich diese Woche gut an!


Die Woche, die heute, am 15. September beginnt, kann eine der heißesten Börsenwochen dieses Jahres werden! Gleich drei nacheinander folgende Ereignisse haben das Zeug dazu, „die Märkte“ kräftig durcheinander zu wirbeln:

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Mittwoch, 17.9.2014

Am Dienstag und Mittwoch tagt der Offenmarktausschuß der amerikanischen FED, das sogenannte Federal Open Market Committee. Nach dieser Sitzung wird  am Mittwoch um 20 Uhr bekannt gegeben, ob sich bei den US-Zinsen etwas ändern wird. Nicht wenige Marktteilnehmer erwarten, dass die FED ab diesem Mittwoch beginnen könnte, ihre Zinspolitik zu ändern, sprich: die Zinssätze zaghaft zu erhöhen.

Dies würde wohl dazu führen, dass der US-Dollar, der in den letzten Wochen ohnehin zur Stärke tendierte, kräftig nach oben gehen würde.

Da die EZB vor wenigen Tagen die Zinsen gesenkt und ein Geldfluten der Märkte angekündigt hat, könnte durch die verbesserten Zinsen in den USA ein massiver Kapitalstrom in Richtung US-Dollarraum beginnen. Dies würde die deflationären Tendenzen im Euroraum einmal mehr verschärfen.

Die ersten Folgen dieser beginnenden Deflation sind bereits heute ablesbar an den Preisen für Öl und sonstige Rohstoffe. Auch der Gold- und Silberpreis könnten erstmal einen Dämpfer bekommen. Es wäre nur noch eine Frage der Zeit, bis die kräftig gestiegenen Aktienmärkte ebenfalls reagieren würden (und beachten Sie: die wirtschaftlichen Abkühlungen aufgrund der zweifelhaften EU-Sanktionen gegen Rußland sind hierbei wohl noch gar nicht eingepreist!).

Der Ölpreis (Brent) als Indikator für Wirtschaftsabkühlung und Deflation...?

Der Ölpreis (Brent) als Indikator für Wirtschaftsabkühlung und Deflation…? // Quelle: http://www.comdirect.de

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Donnerstag, 18.9.2014

Schottland stimmt über eine Unabhängigkeit von Großbritannien ab. Sollte das Ergebnis für die Briten „falsch“ ausgehen (fast alle Ölreserven- und Förderanlagen Großbritanniens liegen in Schottland), würde das britische Pfund regelrecht kollabieren und der US-Dollar als „Fluchtwährung“ nochmals nach oben gedrückt werden.

Umgekehrt würde ein schottisches „Nein“ zur Unabhänigkeit wohl zu einer Entlastungsrallye beim Pfund führen und die angelsächsische Welt wäre vorerst wieder „in Ordnung“… Doch bereits am Tag darauf droht weiteres Unheil:

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Freitag, 19.9.2014

Es ist „Hexensabbat“ – An den drei größten Derivatebörsen der Welt laufen an diesem Tag zeitgleich Kontrakte aus:

  • an der CME und CBOT in Chicago, wo Hauptsächlich Währungen, der S&P 500 und US-amerikanische Anleihen gehandelt werden,
  • an der Frankfurter Eurex, wo der Handel mit Futures und Optionen auf Aktien blüht und
  • an der „Korea Exchange KRX“ in Busan, Südkorea, wo ebenfalls Futures und Optionen auf verschiedenste Aktien und Indizes gehandelt werden

An den Hexensabbat-Tagen, die in der Regel viermal im Jahr stattfinden, sind die Umsätze an den Derivatebörsen extrem hoch. Da die Marktteilnehmer unter Zugzwang stehen und dringend handeln müssen (denn ihre Kontrakte laufen ja aus), sind die Kursbewegungen an solchen Tagen kaum kalkulierbar und häufig geradezu erratisch.

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Plunge Protection Team macht Überstunden

Sollte sich in dieser Woche eine solche Abfolge von extrem marktbewegenden Meldungen ergeben, so hätte das „Plunge Protection Team“ alle Hände voll zu tun. Bei diesem Team handelt es sich um eine Arbeitsgruppe unter direkter Führung des US-Präsidenten, die an Börsen-Crash-Tagen mäßigend auf die Märkte einwirken, sprich: sie manipulieren soll. Die Manipulationen des Plunge Protection Teams finden in der Regel durch bewusste Aktienkäufe statt, die die Aktienkurse stützen sollen. Gegen eine mittlere bis schwere Panik an den Derivatemärkten kann die „Expertengruppe“ aber wohl kaum etwas ausrichten.

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Es wird spannend und interessant

Selten bietet eine Woche so viele konkrete Anlässe, um größere Abstürze bei den Rohstoffpreisen, bei Aktien und bei diversen Währungen (Euro, GBP) auszulösen. Dass dabei die Edelmetalle Gold und Silber kurzfristig ebenfalls deutlich in die Knie gehen könnten, versteht sich beinahe von selbst – schließlich lässt sich oft genug beobachten, dass wenige Tage vor Negativereignissen der Goldpreis auf „geheimnisvolle Weise“ auffallend zur Schwäche neigt…

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Rechtlicher Hinweis: Die vorliegende Analyse stellt ausschließlich die Meinung des Autors dar. Sie dient ausschließlich zu Informationszwecken. Sie stellt weder eine Finanz- /Anlageberatung noch eine Handelsaufforderung dar. Insbesondere stellt sie keine Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Finanzprodukten jedweder Art dar. Das Agieren an der Börse ist mit Risiken verbunden. Verluste, Totalverluste bis hin zu Nachschusszahlungen (je nach Produkttyp) liegen im Bereich des Möglichen. Die vorliegende Ausarbeitung wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, dennoch bleibt festzuhalten, dass sich Einschätzungen jederzeit auch als falsch herausstellen können. Eine Haftung für Schäden aller Art, insbesondere für Vermögensschäden, die durch das Heran- oder Nichtheranziehen dieser Analyse möglicherweise auf Nutzerseite entstehen könnten, ist zur Gänze ausgeschlossen.

Gold & Silber: Entwarnung?


Am 9. Oktober hatte ich in einem Artikel vor einer drohenden Korrektur (Preisrückgang) bei den Gold- und Silberpreisen gewarnt                     (siehe: >>Gold & Silber: Crashwarnung!). Begründet hatte ich diese Warnung mit der Positionierung der sogenannten „Commercials“ (Professionelle, große Händler) an der new yorker Rohstoffbörse „Comex“.

Seitdem hat das Silber von 34 USD auf bis zu 30,89 USD nachgegeben, der Goldpreis fiel von 1.777 USD um 100 auf zeitweilig 1.677 USD.

Silberpreis der letzten 3 Monate in USD // Quelle: http://www.comdirect.de

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Die Frage lautet jetzt: War es das schon? War das die größere Korrektur, die den Weg frei macht für unmittelbar folgende, fulminante Kursanstiege  bei den beiden Edelmetallen?

Besonders wichtig war und ist mir die Feststellung, dass es für den taktisch agierenden Anleger (also für denjenigen, der Kursdellen gezielt zum Einstieg nutzen möchte) kaum Sinn macht, sich gegen die Mehrheitsmeinung der Profi-Anleger zu stellen. Denn die Erfahrung zeigt: die sogenannten „Commercials“ liegen gerade an den Gold- und Silbermärkten auffallend selten falsch mit ihrer Markteinschätzung.

Um also die Frage „War es das schon?“ beantworten zu können, sei einmal mehr ein Blick auf die Positionierung der Commercials an der Comex hilfreich, hier z.B. beim Silber:

Stand 10.11.: An der Comex sind die Commercials weiterhin mit einem enormen Überhang an Short-Kontrakten (rund minus 50.000) positioniert // Quelle: http://www.wellenreiter-invest.de

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Wie wir sehen können, hat sich der hohe Überhang an Short-Positionen in den letzten vier Wochen ein wenig abgebaut. Nach wie vor fällt aber auf, dass die Profianleger erstaunlich stark auf der Verkaufsseite stehen, während Kleinanleger und Großspekulanten weiterhin ganz klar „long“ positioniert sind.

Diese Konstellation, die erfahrungsgemäß für kurzfristig fallende Preise spricht, wird flankiert von einer weiteren, auffälligen Beobachtung, die für die kommenden Tage und Wochen nicht nur für die Edelmetalle, sondern auch für Aktien und für den Eurokurs nichts Gutes verheißt: Fast alle großen Aktienindizes kämpfen seit Wochen mit Kursmarken, die sie teilweise schon bis zu dreimal „getestet“ haben:

  • Der EuroStoxx müht sich an der 2.500er Marke ab
  • Der Dax kämpft mit der runden 7.000
  • Der Dow Jones schickt sich an, die 12.000 zu testen
  • An der Nasdaq stellt die 2.450 eine Unterstützung dar, die unbedingt halten sollte
  • Etc.

Der EuroStoxx-Verlauf der letzten 6 Monate // Quelle: http://www.onvista.de

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Charttechnisch zeigen sich also eine Fülle von Indizes in der Nähe wichtiger Unterstützungsmarken. Und beim Gold und Silber erwarten die Profis, gemäß ihrer eindeutigen Positionierung kurzfristig fallende Preise. Zusammen mit einer sich zuspitzenden Situation im Nahen Osten ergibt sich somit ein Gebräu, das in den kommenden Tagen höchst explosiv werden könnte…

Fazit: es bleibt kurzfristig nicht nur beim Gold und Silber hoch spannend und für eine Entwarnung erscheint es meiner Meinung nach eindeutig noch zu früh!

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P.S. Um den Reigen der Indikatoren, die für einen kurzfristig fallenden Gold- und Silberpreis sprechen, voll zu machen: die WELT bläst zum Gold-Optimismus…

Wenn Mainstream-Blätter offensiv PRO oder CONTRA Edelmetalle berichten, war dies in der Vergangenheit immer ein recht zuverlässiger Kontraindikator…

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Rechtlicher Hinweis: Die vorliegende Analyse dient ausschließlich zu Informationszwecken. Sie stellt weder eine Finanz- /Anlageberatung noch eine Handelsaufforderung dar. Insbesondere stellt sie keine Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Finanzprodukten jedweder Art dar. Das Agieren an der Börse ist mit Risiken verbunden. Verluste, Totalverluste bis hin zu Nachschusszahlungen (je nach Produkttyp) liegen im Bereich des Möglichen. Die vorliegende Ausarbeitung wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, dennoch bleibt festzuhalten, dass sich Einschätzungen jederzeit auch als falsch herausstellen können. Eine Haftung für Schäden aller Art, insbesondere für Vermögensschäden, die durch das Heran- oder Nichtheranziehen dieser Analyse möglicherweise auf Nutzerseite entstehen könnten, ist zur Gänze ausgeschlossen.

Gold & Silber: Crashwarnung!


Wer in echte Sachwerte investiert (also z.B. in Unternehmensbeteiligungen, reale Immobilien oder in anfassbare Edelmetalle), der kann zunächst mal das gute Gefühl genießen, daß sein Vermögen in realen Werten „geparkt“ ist und somit nicht in virtuellen Geldanlagen wie Derivaten und Verbriefungen vor sich hin vegetiert. Er muß sich aber auch der Realität stellen, daß die Gegenwerte (Preise) seiner Sachwerte in der Regel nicht durch irgendeine Bank oder Versicherungsgesellschaft  garantiert werden. Das heißt unter anderem, daß diese Preise teils starken Schwankungen ausgesetzt sind – und diese Schwankungen wollen erst mal verstanden und „verdaut“ sein.

Ein sehr schönes Beispiel für starke Preisschwankungen, die den abgeklärten Anleger dennoch nicht verrückt machen sollten, könnten in den nächsten Wochen die Preise für die Edelmetalle Gold und Silber abgeben…

Folgende Kurzanalyse beruht rein auf persönlichen Erfahrungswerten der letzten 14 Jahre, sowie auf der Berücksichtigung öffentlich zugänglicher Daten:

Auf den sogenannten „Futures-Märkten“ für Gold und Silber ist es möglich, die „Positionierung“ der wichtigsten Marktteilnehmer wöchentlich zu ermitteln. Das heißt, man kann wöchentlich feststellen, ob Großspekulanten (large speculants), Privatanleger (small speculants) und vor allem die Professionellen (commercials) für Gold und Silber eher viele Kaufoptionen gekauft haben (=“long“ gegangen sind = auf steigende Preise spekulieren), oder besonders viele Verkaufsoptionen gekauft haben (=“short“ gegangen sind = auf fallende Preise spekulieren).

Nach jahrelanger Erfahrung  kann man insbesondere der Gruppe der „commercials“ nachsagen, daß sie über viel Insider-Wissen verfügen, das die anderen Marktteilnehmer nicht haben. Das heißt, wenn man weiß, wie sich die „commercials“ positioniert haben, kann man öfters unmittelbar bevorstehende Preisbewegungen bei Gold und Silber vorhersagen.

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Doch wer sind die „commercials“?

Unter „commercials“ werden vor allem die Marktteilnehmer zusammengefaßt, die mit der physischen Lieferung des Rohstoffes zu tun haben, also Gold- und Silberminen, Großhändler und Banken. Sie sind die Gruppe der Marktteilnehmer, welche am besten über das tatsächliche Angebots- und Nachfrageverhältnis im Markt informiert sind.

Sie haben also einen Informationsvorsprung vor allen anderen.

So passiert es häufig, daß die „commercials“ bereits „short“ gehen, während Klein- und Großanleger noch fröhlich dem Gold- und Silber-Optimismus frönen… und bald danach die Preise tatsächlich stark gen Süden korrigieren…

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So auch jetzt?

Während der Gold- und Silberpreis in den letzten Wochen eine fulminante Erholung hingelegt haben

  • Gold August 2012 bis jetzt von 1.600 USD auf knapp 1.800 USD +13%
  • Silber August 2012 bis jetzt von 26 USD auf 34 USD +31%

und der Privatanleger wieder beginnt, optimistisch für diese Edelmetalle zu werden, gehen die Profi-Anleger immer stärker „short“ für Silber und vor allem auch für das Gold.

Beim Gold haben die „commercials“ per Stand heute sogar fast eine Rekordposition an „short“-Positionierungen aufgebaut:

Positionierung der Marktteilnehmer beim Gold // Quelle: http://www.wellenreiter-invest.de

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Das heißt: Die Positionierung der „commercials“ deutet auf unmittelbar bevorstehende Preiseinbrüche beim Gold und auch beim Silber hin! Es sieht ganz danach aus, daß eine drastische, und wie immer für die meisten Marktteilnehmer völlig überraschende Korrektur an den Edelmetall-Märkten in den kommenden Tagen und Wochen ansteht!

Seien Sie also nicht überrascht, wenn der Goldpreis in den kommenden 3 bis 4 Wochen nochmal „völlig überraschend“ auf bis zu 1.500 USD nachgeben sollte. Beim Silber, das die Bewegungen des Goldpreises verstärkt wiedergibt, könnte eine solche Korrektur eventuell sogar tief in den 20+ – USD-Bereich führen.

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Sollten solche Preiseinbrüche beunruhigen?

Hohe Schwankungsbreiten gehören bei den Sachwerten Gold und Silber dazu, wie die Sonne zum Sommer. Wer Edelmetalle mit Sinn und Verstand bewußt gekauft hat (physisch // klar definierter Portfolioanteil // zur Absicherung für extreme Krisenzeiten), der wird ohnehin auf Preisbewegungen nicht oder kaum achten, denn der hat in der Regel nicht mehr vor, seine physischen Edelmetalle jemals wieder zu verkaufen – SIEHE: >>Gold und Silber für Anfänger – Teil 1: Barren oder Münzen?

Die „Prognose“ einer Preiseinbruches in den kommenden 3 bis 4 Wochen soll keinesfalls zu großartiger Spekulation anregen. Auch bedeutet sie nicht, dass ich nun pessimistisch für Gold uns Silber geworden sei.

Viele haben immer noch Angst, einen Teil ihres Vermögens in reale Güter zu investerien, weil sie sich vor unalkulierbaren Preisschwankungen fürchten – und tragen stattdessen ihr Geld auf Sparkonten, wo es dank negativen Realzinses schön kalkulierbar an Wert verliert. Das Beobachten solcher Preis-Hochs- und Tiefs kann dabei helfen, einen abgeklärteren Blick auf die beiden Sachwerte Gold und Silber zu entwickeln.

Behalten Sie also einen kühlen Kopf bei den eventuell anstehenden Preisturbulenzen in den kommenden Tagen und Wochen! – Viele Anleger freuen sich sogar über solche Preisdellen und nutzen sie für verstärkte Nachkäufe.

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Verehrte Leserinnen und Leser, für Fragen stehe ich Ihnen gerne im Kommentarbereich zur Verfügung, oder auch per E-Mail unter waldemar.meyer@yahoo.de

Rechtlicher Hinweis: Die vorliegende Analyse dient ausschließlich zu Informationszwecken. Sie stellt weder eine Finanz- /Anlageberatung noch eine Handelsaufforderung dar. Insbesondere stellt sie keine Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Finanzprodukten jedweder Art dar. Das Agieren an der Börse ist mit Risiken verbunden. Verluste, Totalverluste bis hin zu Nachschusszahlungen (je nach Produkttyp) liegen im Bereich des Möglichen. Die vorliegende Ausarbeitung wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, dennoch bleibt festzuhalten, dass sich Einschätzungen jederzeit auch als falsch herausstellen können. Eine Haftung für Schäden aller Art, insbesondere für Vermögensschäden, die durch das Heran- oder Nichtheranziehen dieser Analyse möglicherweise auf Nutzerseite entstehen könnten, ist zur Gänze ausgeschlossen.

ARCHIV 2011: 4 Wochen Chaos und 4 Leit-Themen für die nächsten Monate


Wie Sie vielleicht an den fehlenden Aktualisierungen auf dieser Homepage gemerkt haben, bin ich die letzten vier Wochen in Urlaub gewesen und habe mich dabei ganz bewußt von jeder Informationsaufnahme durch Massenmedien (TV, Print etc.) wie auch von E-Mails und Handy abgeschottet.

Ich war also die letzten 4 Wochen hauptsächlich im Nahen und Mittleren Osten und habe fast nichts von der westlichen Welt mitbekommen. Gestern wieder zurückgekehrt, fragte ich mich: „Was hat sich inzwischen geändert?“ – Die frustrierende Antwort: Nichts!

  • Scheinbar wurde wochenlang weiter über Griechenland geredet, ein Land mit der Wirtschaftskraft von Hessen.
  • Auf dem G20-Gipfel in Cannes wurde wohl fast ausschließlich Selbiges getan und man wurde sich in praktisch keinem wichtigen Punkt einig.
  • Rating-Agenturen `raten´ weiter, wie die Zukunft wird und `verraten´ sich dabei auch gerne mal, wie im Falle von Frankreich geschehen.
  • Ein Land wie Belgien, das, obwohl seit mehr als 500 Tagen ohne Regierung, kräftige Reformschritte beschlossen hat, wird gnadenlos „downgegradet“.
  • Die USA, die alle drei Monate eine NEU-Verschuldung fast in Höhe der kompletten Staatsschulden Griechenlands anhäufen (rund 400 Mrd. USD) und dabei völlig reformunfähig erscheinen, werden von Ratingagenturen dagegen mit Samthandschuhen angefaßt und mit größter Zurückhaltung behandelt.
  • Auch die Tatsache, dass, wie von mir prognostiziert (siehe >KLICK HIER) das „Super-Commitee“ in den USA keine relevanten Sparbeschlüße gefasst hat und statt dessen nur festgestellt hat, dass man sich nicht einigen könne, wurde von den ach so objektiven Ratingagenturen auffallend wenig thematisiert.
  • Fox, CNN und nahezu alle westlichen Leitmedien schlagen auf Syrien ein, als gäbe es kein Morgen.
  • Die US-Botschaft in Damaskus fordert alle US-Bürger dringend dazu auf, das Land so schnell wie möglich zu verlassen.

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Gab es denn in den letzten vier Wochen so gar nichts Positives?

Doch: „Bunga-Bunga“, ein nationalistischer, chauvinistischer, skrupelloser, mutmaßlich durch und durch korrupter Multimilliardär ist endlich weg vom Fenster! Daran sehen wir, dass diese Euro-Krise positive Konsequenzen haben kann, die mittel- bis langfristig sehr heilsam sein können.

  • Während Italien einen Lügner weniger in öffentlicher Position hat, meldet sich bei uns einer wieder zurück.
  • Aber, mit Verlaub: wen interessiert dieses „Comeback“ denn schon?
  • Quelle: http://www.spiegel.de, 24.11.2011

Und: die EU hat endlich (!!) ein Verbot von CDS angekündigt, wie von mir im letzten Artikel avisiert (siehe >KLICK HIER).

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Wie geht es jetzt weiter?

1.)

Immer offensichtlicher wird der Zerfall des weltweiten Finanzsystemes, wie es die letzten 60 Jahre existiert hat (mit den USA und GB als Zentren des internationalen Finanzwesens). Vermutlich werden wir schon bald weltweit drei große „Finanzblöcke“ sehen, die sich gegenseitig immer stärker voneinander abgrenzen (USD-Block, Euro-Block, Yuan-Block), die miteinander konkurrieren und voneinander zunehmend unabhängiger werden.

Das Interessante, aber auch zugleich höchst Gefährliche was wir derzeit erleben, das ist nicht weniger, als der Zerfall der globalen Ordnung, wie wir sie in den letzten Jahren kannten. Die Entwicklung von einer „bi-polaren“ (USA, UdSSR) über eine einzeldominierte (USA) zu einer „multipolaren“ Welt vollzieht sich vor unser aller Augen und sie wird dazu führen, dass unsere Welt, unser ganzes Umfeld, in 10 Jahren sowohl politisch, wie auch wirtschaftlich, finanziell und kulturell deutlich anders aussehen wird, als heute.

Wichtig wird sein, dass dieser Umwälzungsprozess, bei dem alte Großmächte verfallen und neue sich herausbilden, möglichst friedlich ablaufen wird!

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2.)

Im Nahen Osten scheint sich eine höchst gefährliche Rekolonialisierungspolitik fortzusetzen, bei der nicht nur die USA (in Syrien, Lybien etc.), sondern auch Europa (wie in Lybien geschehen) kräftig mitmischen. Besonders auffällig sind hier die zunehmenden Konflikte mit Rußland und China, die derzeit die einzigen Mächte zu sein scheinen, die noch einen Angriff der USA / Nato auf Syrien und den Iran verhindern können.

Das größte finanzpolitische und auch sicherheitspolitische Risiko geht für mich derzeit von den USA aus. – Eine Hegemonialmacht, die mit Zähnen und Krallen ihren alten Status zu erhalten versucht, deren Finanz- und Wirtschaftswesen restlos am Ende sind und die sich erst am Anfang einer (wohl mindestens ein bis zwei Jahrzehnte andauernden) Konsolidierungsphase befindet. Doch gerade, weil diese Ex-„Supermacht“ so mit dem Rücken zur Wand steht, wird sie immer gefährlicher für den Rest der Welt. Denn sie könnte beginnen, noch wilder als bisher um ihre althergebrachte Rolle zu kämpfen.

Wie ein solches „Um-sich-schlagen“ aussehen kann, das können wir Europäer seit bald zwei Jahren live erleben: Unsere Währung wird in einem regelrechten Währungskrieg in Schutt und Asche spekuliert und es ist klar erkennbar, dass der angelsächsische Raum frontal die Euro-Zone angreift.

Doch, was ist das Ziel dieses Spiels? Soll wirklich der Euro zerfallen? Ich verstehe weiterhin die Motive der USA nicht, die Euro-Zone dermaßen sturmreif schießen zu wollen… Wozu das Ganze? Wenn Sie eine Idee zu den Motiven in diesem Währungskrieg haben, schreiben Sie bitte in den Kommentarbereich für diesen Artikel.

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3.)

Europa schafft es derzeit noch nicht, sich aus den Fängen der Hegemonialmacht USA zu emanzipieren. Dies gilt besonders stark in politischer Hinsicht. Aus finanzsystemischer Sicht gibt es zumindest (noch zu) halbherzige Versuche, sich aus dem Würgegriff internationaler Spekulanten und angelsächsischer Ratingagenturen zu befreien.

Es besteht jedoch weiterhin die Chance, dass Europa den Währungskrieg zwischen US-Dollar und Euro nutzen kann, um sich neu zu erfinden und die europäische Integration schneller voran zu treiben, als man sich das noch vor drei, vier Jahren vorstellen konnte.

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4.)

All dies passiert jedoch zu einer Zeit, in der die weitgehend ungedeckten und mit Zins gekoppelten Geldsysteme in den westlichen Industrieländern wieder einmal in eine Schlußphase gelangen. Diese „Schlußphase“ ist gekennzeichnet durch extrem schnelle und extrem hohe Vermögenszuwächse auf der einen Seite (die berühmten obersten 10%) und genauso schnelle und hohe Schuldenzuwächse auf der anderen Seite (Staatsschulden, Schulden von Privaten, etc.).

Solche Geldsysteme müssen sich ganz automatisch regelmäßig ad absurdum führen und dann durch Schuldenschnitte und gleichzeitiges Vernichten von Geldvermögen reformiert werden.

Daran ist nichts außergewöhnliches, auch, wenn die Funktionsweise unseres Geldsystemes den Meisten von uns vollkommen unbekannt ist

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Das scheinen für mich die vier großen Themen zu sein, an denen sich die Nachrichtenlage der kommenden sechs bis 12 Monate orientieren wird. Was das im Einzelnen ganz konkret für uns alle bedeuten kann, dazu werde ich (ab sofort wieder regelmäßig) pointiert in diesem Meinungs-Blog Stellung nehmen – und freue mich dabei auch über jeden Kommentar von Ihnen, liebe Leser!

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