Hach, wie schön ist Panama!


Unsere Journalisten berichten eifrig, in Panama gäbe es Nummernkonten und auf denen würde (Steuer-)Fluchtgeld liegen.

Na, das ist ja mal ein gewaltiger Scoop!!

Wer hätte das gedacht: Da gibt es Steueroasen und die werden doch tatsächlich genutzt!

Wahnsinn! Diese Superreichen sind aber auch völlig unberechenbar!

Aber, Moment mal: Wird denn heute in den Medien über Hollywood-Größen, Milliarden-Erben und multinationale Großkonzerne berichtet?

Eher weniger.

Stattdessen lesen wir etwas von unseren Lieblingsbösewichten – „die Politiker“, „der“ Putin, Herr Assad, Nordkorea, und, seit es aktiv zum Verfall des Ölpreises und damit zur Pleite vieler Schieferöl-Firmen in den USA beiträgt: das saudische Königshaus.

Na, na, na: Soll keiner sagen, Journalisten könnten keine investigativen Fragen stellen... (Quelle: www.spiegel.de)

Na, na, na: Soll keiner sagen, Journalisten könnten keine investigativen Fragen stellen! (Quelle: http://www.spiegel.de)

Ein Großteil der Adressen und der 11,5 Millionen Datensätze, die eine Gruppe von 400 „recherchierenden Journalisten“ (die tun sich heutzutage in Gruppen zusammen) mit dem Namen ICIJ angeblich zugespielt wurden, bleibt dabei selbstverständlich „privat“, wie der Journalisten-Verein sofort versprochen hat. Gut so: man will ja schließlich nicht riskieren, dass der Verein in den kommenden Tagen zu einem kleinen Stammtisch zusammen schrumpft…

Aber auch irgendwie schade. Denn es hätte doch einige interessante Fragen gegeben, die Journalisten gerade jetzt versuchen könnten, zu beantworten:

  • Welcher DAX-Konzern steht nicht auf der Liste der Steueroasen-Nutzer?
  • Welche/r US-Präsidentschaftsbewerber/in hat die meißten Konten in Panama?
  • Wie viele der weltweit 1.900 Milliardäre haben inzwischen ihr Konto in Panama gekündigt und warum? Waren die Kontoführungsgebühren zu hoch? Bieten vielleicht andere Steueroasen eine Wechselprämie an?
  • Und: Ist unter den 11,5 Millionen Datensätzen denn wirklich kein einziger US-Amerikaner dabei…?

Stattdessen erleben wir ein offensichtlich orchestriertes Ablenkungsmanöver rund um den Teufel persönlich, „den“ Putin. Dazu wird uns mit Lionel Messi >>ein Fußball-Trottel vorgeführt der zwar in den Augen eines Durchschnitts-Millionärs halbwegs „reich“ erscheinen mag, der aber für wirklich Reiche (also 400 Mio. +) nichts weiter ist, als eine vernichtend kleine Wurst.

Ein Spitzensportler lässt Millionen-Deals über eine Steueroase laufen. Schön, dass wir darüber geredet haben! (Quelle: welt.de, dort abgeschrieben aus dpa/AFP)

Ein Spitzensportler lässt Millionen-Deals über eine Steueroase laufen. Schön, dass wir darüber geredet haben. (Quelle: welt.de, dort abgeschrieben aus dpa/AFP)

 

Ich, der ich eine völlig unbeschriebene Null auf dem Parkett der wirklich Reichen und Schönen, jedoch erstaunlich gut vernetzt bin, habe vor drei Jahren zum ersten Mal aus glaubwürdiger Primär-Quelle erzählt bekommen, dass ultra-reiche US-amerikanische Großfamilien massiv Vermögenswerte nach Panama verlagern würden und zwar noch nicht mal nur, um Steuern zu sparen, sondern vor Allem: aus Angst. Angst vor inneren Unruhen, Angst vor Enteignung. Angst vor Devisenverkehrskontrollen.

Und da wären wir wiederum bei interessanten Fragen, die wirklich investigative und ausreichend lebensmüde Journalisten durchaus mal recherchieren könnten:

  • Warum gehen Menschen freiwillig in ein relativ instabiles Land mit solch einem (er-)drückenden Klima, wie Panama? Schwarzgeldverschleierung geht in der Karibik oder Europa genauso gut und Steuern sparen lässt sich für Großkonzerne perfekt in Holland.
  • Wie viele Grundstücke wurden in den letzten Jahren über Strohfirmen in Panama gekauft und warum? Wegen der guten Luft?
  • Wurden diese Grundstücke bereits bebaut, und wie sieht solch eine ärmliche panamaische 3.000 Quadratmeter-Villa aus, wenn sie fertig ist?
  • In welchen Währungen werden die Geldanlagen in Panama geführt und wie hoch ist der US-Dollar-Anteil unter den dortigen Anlagegeldern?

Und genau hier können wir uns sicher, ja sogar 100 % sicher sein: Über die Machenschaften und Interna der obersten 1%, also über die Einzigen, die wirklich profitieren in unserem Wirtschafts-System, über die werden wir garantiert absolut keine Details erfahren.

Denn wir kennen die Namen dieser Menschen ja noch nicht einmal. Wir lesen so gut wie nie etwas über sie.

Stattdessen erfahren wir tonnenweise Details von Pseudo-Reichen wie zum Beispiel von den, durch jahrhundertelangen Inzest schwer geplagten europäischen Königshäusern. Oder wir bekommen neureiche Clowns serviert, wie die „Geissens“, die so arm sind, dass sie sich sogar von RTL2 bezahlen lassen müssen.

Wie war das nochmal? „Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“ sagte 1965 Paul Sethe, der Gründungsherausgeber der FAZ, ein linksradikaler Spinner, wie er im Buche steht. Ur-Trotzkist Peter Scholl-Latour ergänzte 40 Jahre später: „Inzwischen sind es keine 200 mehr, sondern viel weniger.

Was wir in diesen Tagen erleben können, das ist der verzweifelte Versuch unserer Medien, genau diesen Zusammenhang zu verschleiern.

Na, wenn das mal keinen Unterhaltungswert hat!

 

P.S.: Einen sehr informativen Artikel zu den Hintergründen des völlig überraschenden „Panama-Skandals“ hat der britische Ex-Botschafter >>Craig Murray geschrieben. Zitate aus diesem Artikel werden Sie in unseren Leitmedien jedoch vergeblich suchen, denn Murray gilt als Verschwörungstheoretiker, seitdem er behauptet, dass der usbekische Diktator Karimov und sein Land Hauptdurchgangsschleuse für afghanisches Opium seien – und das ist ja nun wirklich völlig unvorstellbar! Sie können Murray am besten nachlesen auf dem linksradikalrotgrünversifften Gutmenschen-Verschwörungsblog >>www.nachdenkseiten.de.

Bleiben Sie informiert!

2 Gedanken zu “Hach, wie schön ist Panama!

  1. Und kein Wort über den Vater von Cameron ! Aber so ein Vater ist ja weit weg, während ein Cellist sehr nah an der Politik ist, weiß doch jeder ! Und Maulhure und Lügenbold Bidder – na ja, da erübrigt sich jeder Kommentar !

  2. Doch über den Vater von Cameron wurde schon berichtet. Der Mann ist inzwischen tot, da kann man erzählen was man will. Die lebenden Mäzene, die wären als Info interessant. Aber von denen liest man nichts.

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