US-Haushaltsdefizit explodiert im Februar


Vor Kurzem hat das US-Finanzministerium die Daten zum US-Bundeshaushalt für Februar 2012 veröffentlicht.

Das Haushaltsdefizit lag im Februar bei rund 232 Milliarden US-Dollar.

Das ist der höchste Wert, der jemals in den USA gemessen wurde.

Die Ausgaben lagen im Berichtsmonat bei rund 335 Milliarden US-Dollar gegenüber Einnahmen von nur rund 103 Milliarden US-Dollar. – Das heißt konkret: Die Steuereinnahmen in den USA deckten im Februar nur noch rund 31 % der Staatsausgaben im selben Monat ab…

In den ersten 5 Monaten des US-Fiskaljahres 2011/2012 (das „Fiskaljahr“ beginnt in den USA immer Anfang Oktober) hat die Supermacht ein „Superdefizit“ von rund 581 Milliarden US-Dollar angehäuft. Zum Vergleich: Die USA haben in den letzten 5 Monaten alleine mehr neue Schulden gemacht, als Griechenland je in seiner Geschichte insgesamt hatte.

Die Gesamtschuld des US-Bundesstaates liegt per 28.3.2012 exakt bei 15.580.211.803.539 US-Dollar, während sich das nominale US-BIP (2011) auf rund 15,04 Billionen US-Dollar beläuft. Somit liegt die US-Schuldenquote derzeit bei „beeindruckenden“ 103,5%.

Die BIP-Quote der öffentlichen Verschuldung liegt mitlerweile über 100%, die der privaten leicht darunter. Die BIP-Quote der Unternehmensverschuldung lag hingegen bei relativ moderaten 57%.

Die Aufspaltung der Verschuldung auf einzelne Aggregate der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zeigt zusätzlich, in welch schwieriger Situation sich die USA befinden.

Übrigens: Ein großer Teil der Kosten des US-Bundesstaates entfällt auf den Verteidigungshaushalt. Dieser war 2011 mit rund 710 Mrd. US-Dollar circa

  •  8 x so hoch, wie der Militärhaushalt von China
  • 13 x höher, als der Militärhaushalt Rußlands und
  • 16 x höher, als der Verteidigungsetat Deutschlands

.

Quellen: US-Finanzministerium, http://www.treasurydirect.gov, Stockholmer Friedensforschungsinstitut, Bank für internationalen Zahlungsausgleich BIZ

3 Gedanken zu “US-Haushaltsdefizit explodiert im Februar

  1. Sehr geehrter Herr Meyer,

    ich finde es sehr gut, daß Sie sich solchen Themen annehmen in einer Zeit, wo alles nur noch nach Europa und auf die vermeintliche Euro-Krise schielt.
    Merke: Die eigentlichen Probleme warten nicht in Europa!

    Fahren Sie weiter so fort in Ihrer wertvollen Aufklärungsarbeit!

    Ihr
    Horst Ahrnisch

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