Spare! Endlich richtig!


Wenn Sie dieses Blog schon ein wenig länger verfolgen, ist Ihnen sicherlich schon aufgefallen, daß ich bewußt viele der Glaubenssätze relativiere, an die wir uns in unserem Finanzsystem „einfach so“ gewöhnt haben. So betone ich beispielsweise immer wieder, daß das, was wir seit ein paar Jahrzehnten als „Geld“ bezeichnen und was wir ständig horten und kumulieren, nur wenig Beachtung und nicht den geringsten Respekt verdient (>>Haben Sie schon echtes Geld?)

Passend dazu stellte in einem Kommentar auf dieser Seite vor wenigen Tagen ein interessierter Leser folgende Fragen auf:

  • „Wieviel und wofür genau sparen? Ist es sinnvoll, für eine konkrete Anschaffung wie ein Auto oder eine Immobilie zu sparen? Sollte beim Sparen ein gewisser Zeithorizont und eine gewisse Zielsumme festgelegt werden? Oder ist Sparen insbesondere dann sinnvoll, wenn das Ziel völlig diffus ist? Wenn völlig unklar ist, wie hoch die notwendige Summe ist, und wann sie erreicht ist?“

Damit hier kein Mißverständnis aufkommt: ich bin ein glühender Verfechter des Sparens! Denn, was heißt „Sparen“ denn konkret?

Monat für Monat generieren wir alle ein gewisses Einkommen. Aber, genauer betrachtet: Erhalte wirklich „ich“ mein Einkommen? – Mitnichten. Es fließt zwar Geld, und zwar direkt zu…

  • meinem Vermieter
  • meiner Autoversicherung
  • meinem Supermarkt
  • meiner Krankenkasse
  • meiner Bank (wenn ich Zinsen zahlen muß)
  • meiner Ex-Frau (sofern vorhanden)
  • und und und…

Ein ganz großer Teil unseres Einkommens ist nichts weiter, als ein durchlaufender Posten.  Wir sehen und erleben dieses Einkommen noch nicht einmal haptisch (anfassbar, fühlbar), sondern wir nehmen es, wenn überhaupt nur hin und wieder wahr als schwarze Zahlen auf weißem Papier.

So, und wenn es denn so ist, daß ich mit dem, was ich monatlich generiere alle möglichen Leute und Institutionen bezahle, wann bin denn dann mal ICH dran? Wann bezahle ICH MICH?

Und hier kommt nun das regelmäßige Sparen ins Spiel. Wenn ich in der glücklichen Situation bin, daß nach dem Bezahlen aller möglichen Verbindlichkeiten noch ein freier Geldbetrag übrigbleibt, dann kann ich endlich mal denjenigen bezahlen, der für dieses Einkommen gerackert hat: nämlich ICH!

Das, was Sie in einem Monat sparen ist also das, was SIE SICH SELBER bezahlen! – Und, wofür soll das ganze Streben und Arbeiten schon gut sein, wenn nicht dafür, SICH SELBER zu belohnen?

Daher gilt:

  • Genießen Sie es, wenn Sie soweit sind, daß Sie sich endlich selbst bezahlen können!
  • Bezahlen Sie sich so gut wie möglich! Sie haben es sich verdient!
  • Sie sehen also: Sie können gar nicht genug sparen! Je mehr, desto besser und gerechter für Sie selber!

Nun stellt sich natürlich die Frage: Was fange ich mit dem an, was ich mir selbst bezahle?

Nun, prinzipiell gilt: Machen Sie damit, was Sie wollen und lassen Sie sich von nichts und niemandem unter Druck setzen – Es ist IHR Verdienst und über diesen bestimmen auch nur SIE SELBST!

Vielleicht sollten Sie sich mit Ihrem Verdienst etwa ganz besonders Wertvolles leisten? Und was ist das Wertvollste, was wir Menschen in unserem Leben besitzen können? Smartphones, Ferraris, Bausparverträge, Häuser, Ruhm, Ansehen bei den Nachbarn, teure Kleidung…?

Weit gefehlt. Das Wertvollste, das wir Menschen in unserem Leben besitzen ist schlicht und einfach:

ZEIT

Wie wäre es also wenn Sie sich für das Gehalt, das Sie sich selber bezahlen, das wertvollste denkbare Gut schenken würden?

Damit wären wir beim Sparen als „Zeitkonserve“. Sie können sich nämlich mit regelmäßigem Sparen einen Teil Zeit aufheben, den Sie in späteren Jahren  zur freien Verfügung haben… das ist das ganze Geheimnis hinter der Idee „für später, fürs Alter“ zu sparen.

Wie wäre es zum Beispiel, wenn Sie sich soviel bezahlen würden, daß Sie schon mit 50 in den Ruhestand gehen können? Oder erst einmal soviel, daß Sie eine einjährige Auszeit  mit Ihrem Arbeitgeber vereinbaren können, damit Sie auf eine 12-monatige Weltreise gehen können…

Sie müssen zugeben: Das wäre doch ein guter Plan, eine unglaublich motivierende Perspektive, oder?

Nun, dann brauchen Sie aber dazu auch ein Vehikel, das es Ihnen ermöglicht „Zeit zu konservieren“, also irgendeine Spareinlage, für die Sie auch noch in zwei, drei, vier Jahrzehnten ungefähr soviel realen Gegenwert bekommen, wie heute!

Und jetzt überlegen Sie mal: Welche Arten von Spareinlagen konnten in den letzten Jahrhunderten ihren realen Gegenwert erhalten?

  • Die Lebensversicherung?
  • Das Sparbuch?
  • Das Geld unterm Kopfkissen?
  • Das Bargeld?

Oder waren es vielmehr:

  • Gold und Silber
  • Land und Grundstücke
  • Aktien und Unternehmensbeteiligungen?

Auch auf die Gefahr hin, daß Sie es bald nicht mehr lesen können: SACHWERT SCHLÄGT GELDWERT!

Geldwert ist alles, was vom Wert des Geldes abhängig ist. Sachwert ist alles, was real existiert und, unabhängig vom Geld, einen eigenen inneren Wert besitzt.

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Fazit

Sparen heißt sich selbst bezahlen und ist nicht langweilig, sondern so ziemlich das sexieste, was ein Mensch im Kapitalismus mit seinem Einkommen machen kann.

Und, wenn Ihnen Ihr Finanzberater erzählen möchte, beim Sparen gehe es nur darum, irgendwelche imaginären „Versorgungslücken“ zu schließen, die vielleicht mal in 30 Jahren auf Sie zukommen könnten… Zeigen Sie ihm ein Lächeln! 😉

 

Gespräch mit dem Heizungsmonteur


Vorgestern war der Heizungsinstallateur zur jährlichen Inspektion bei mir in der Wohnung.  Und während er mit professioneller Gemütlichkeit an der Gastherme herumhantierte, entwickelte sich zwischen uns ein Gespräch über Beruf und Berufung des jeweiligen Gesprächspartners – was in meinem Fall immer recht schnell in eine Abhandlung über Finanzen, Finanzsystem, Vermögenserhalt und Vorsorge abgleitet.

Mein Heizungsinstallateur zeigte sich jedoch höchst interessiert und erzählte mir sodann von seiner 22-jährigen Tochter,  die vor kurzem in ihrer Bank darauf angesprochen worden sei, eine Riesterrente für sich anzusparen, worauf er ihr strikt geraten habe „nichts, aber auch gar nichts“ abzuschließen: „Vergiß den Zinsenzins-Effekt. Gib das Geld aus, solange es da ist. In der jetzigen Zeit ist es doch ein Irrsinn, auf die kommenden Jahrzehnte etwas anzulegen!“

Daraufhin entspann sich sinngemäß folgender Dialog:

Heizungsmonteur: „Ja, aber man kann doch heute wirklich in gar nichts mehr sein Geld anlegen. Man weiß ja nicht, was wird.“

Ich: „Das wußte man noch nie. Aber es gibt seit 2 Jahren eine ganz konkrete Herausforderung für alle Sparer.“

„Ach, und die wäre?“

„Zinsen, die die Inflationsrate nicht mehr decken! Wir haben seit 2 Jahren auch in Deutschland einen sogenannten negativen Realzins. Das heißt, wenn ich mein Geld unterm Kopfkissen, auf dem Tagesgeldkonto oder auf dem Festgeld- oder Girokonto lasse, dann mache ich pro Jahr real um die 1 bis 2% Miese.“

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„Ach ist das schon seit 2 Jahren so? Irgendwie weiß man ja, dass das Geld auf dem Konto nicht gut aufgehoben ist. Und vor allem traue ich der Inflationsrate nicht. Die ist doch in Wirklichkeit höher, als uns die ganzen Statistiker erzählen.“

„Machen Sie es sich nicht zu kompliziert! Die simple Grundherausforderung ist doch: Wenn meine Sparanlagen von der Inflation aufgefressen werden, dann muß ich Geldanlagen finden, die eine Rendite bringen, die höher, als die Inflationsrate ist.“

„Ja, und wie finde ich die? Dann muß ich wieder zu meiner Bank rennen und die verkaufen mir irgendeinen Dreck. Denen kann man doch nicht mehr vertrauen.“

„Egal ob Bankberater oder sonstiger Berater. Machen Sie im Gespräch mit Ihrem Berater doch einfach folgenden Test:

  • Erklärt der Berater Ihnen den negativen Realzins?
  • Erklärt er Ihnen den Unterschied zwischen Geldwert und Sachwert?
  • Spricht er Klartext und sagt Ihnen klipp und klar, dass die Garantien von Banken und Versicherungen keine 100%-ige Sicherheit bieten?
  • Gibt er offen zu, dass auch die sogenannten Experten nicht wissen, was in den kommenden Jahren auf uns zukommt?
  • Gibt er offen zu, dass es keine einzige Geldanlage gibt, die alleine die richtige Lösung ist?

Wenn Sie jetzt 5 mal mit „JA“ antworten konnten, dann scheint der Berater etwas zu taugen.“

Denken Sie mal darüber nach…